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Übernahme

Karstadt-Retter Berggruen verhandelt mit dem Vermieter

Die Mieten sind der letzte große Streitpunkt, der den Karstadt-Verkauf verhindern könnte. Erste Gespräche sind für nächste Woche geplant.

Nicolas Berggruen, designierter Karstadt-Retter.
Foto: dpa

Hamburg/Essen. Im Streit um Sanierung von Karstadt und die künftigen Mieten für die Warenhäuser werden die Beteiligten voraussichtlich Anfang kommender Woche den Dialog aufnehmen. Vertreter des Karstadt-Vermieterkonsortiums und der neue Eigner der insolventen Warenhauskette, Nicolas Berggruen, würden voraussichtlich am Montag in London zusammenkommen, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen am Donnerstag zu Reuters. Gelingt keine Einigung, könnte der Kette mit rund 25.000 Beschäftigten doch noch die Zerschlagung drohen.

Ein weiterer wichtiger Beschluss für die Zukunft der Kette könnte Kreisen zufolge zudem aufgeschoben werden: Das Amtsgericht Essen werde seine Entscheidung über den Insolvenzplan voraussichtlich erneut vertagen, hieß es.

Berggruen fordert Mietnachlässe für die Warenhäuser gefordert, die zum Großteil dem Konsortium Highstreet um die Investmentbank Goldman Sachs gehören. Öffentlich beziffert hat er diese Nachlässe bislang nicht. Laut seinem Sprecher strebt er von allen Beteiligten „marktübliche Konditionen“ an.

Den Vermietern sei unklar, was Berggruen genau wolle, hieß es zuletzt im Umfeld des Konsortiums. „Highstreet ist bereit zu weiteren Mietsenkungen von 230 Millionen Euro in den nächsten fünf Jahren, zusätzlich zu dem bereits im Insolvenzplan zugesagten Sanierungsbeitrag von 160 Millionen Euro über drei Jahre“, hatte ein Sprecher des Konsortiums am Dienstag gesagt. „Wenn das für alle Bieter geltende Angebot zu Mietsenkungen nicht angenommen wird, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Liquidation von Karstadt erheblich.“

Highstreet hatte ursprünglich Jahresmieten von knapp 270 Millionen Euro für die Warenhäuser veranschlagt. Mit dem Sanierungsplan für Karstadt in der Insolvenz sanken diese auf rund 250 Millionen Euro. Highstreet hatte nach einem Reuters vorliegenden Schreiben neue Mietsenkungen vorgeschlagen, die vorsehen, dass für 2010 Mindest-Zahlungen in einer Höhe von 210 Millionen Euro fällig werden, die dann auf 211 Millionen Euro in den Jahren 2011 und 2012 steigen sollen. 2018 sollen sie dann wieder das Niveau von 250 Millionen Euro erreichen.

Eine weitere wichtige Voraussetzung für das Überleben der Warenhauskette ist die Annahme des Insolvenzplans durch das Amtsgericht Essen. Voraussetzung dafür ist ein unterzeichneter Kaufvertrag und ein Verzicht der Kommunen mit Karstadt- Warenhäusern auf die Gewerbesteuer. Bergguen hat den Kaufvertrag unterschrieben, seine Umsetzung aber an Bedingungen wie eine Einigung bei den Mieten geknüpft.

Das Amtsgericht könnte am Mittag wohl erneut nicht abschließend über den Insolvenzplan entscheiden, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen. Die Verzichtsbedingung sieht Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg einem Sprecher zufolge als erfüllt an.

(Reuters/abendblatt.de)

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