Dienstag, 29. Mai 2012, 12:34

Abendblatt als Startseite | Aboservice | E-Paper

www.abendblatt.de

  • E-Mail
  • Singles
  • Branchenbuch
  • Jobs Hamburg
  • Immobilien Hamburg
  • Kleinanzeigen
  • Info
  • Rechner
  • Ticket kaufen
  • studiVZ
  • meinVZ
Magazin Hafen Magazin Senioren

Wirtschaft

Versicherungen

Autoversicherer verdoppeln ihre Preise

Kfz-Versicherungen werden bald deutlich teurer: Viele Anbieter erhöhen ihre Tarife, teilweise sogar um über 50 Prozent.

Teurer Spaß: Aufofahrer müssen für Kfz-Versicherungen bald tiefer in die Tasche greifen
Foto: pa

41 Jahre, männlich, sucht: eine günstige Kfz-Versicherung. Das dürfte eigentlich kein Problem sein, sollte man meinen. Schließlich gibt es im Internet jede Menge Vergleichsportale. Und Versicherungen buhlen doch um Kunden, sagt man. In diesem Jahr jedoch kann sich das Vorhaben als schwierig erweisen – oder gar scheitern. Wenn Verbraucher Glück haben, frieren die Tarife auf dem niedrigen Niveau ein. Andernfalls gibt es derzeit nur noch einen Weg: Die Preise gehen nach oben.

Ein aktuelles Rechenbeispiel verdeutlicht die Dimensionen: Ein Mann, Anfang 40 kauft sich ein neues Auto und braucht deshalb einen neuen Versicherungsschutz. Unter diesen Voraussetzungen hat das Vergleichsportal Check24 im vergangenen Jahr mehr als eine Million Autotarife untersucht und die Jahresbeiträge für Haftpflicht und Kasko erhoben.

Die günstigsten Angebote aus dem Vorjahr haben die Tarifexperten nun wieder aus der Schublade geholt und im Mai 2010 erneut Anfragen gestartet. Das Ergebnis: Die vormals günstigste Versicherung Ineas hat ihre Prämie teils um bis zu 54 Prozent erhöht – 186 Euro mehr im Jahr müssen Kunden dann berappen. Auch DirectLine kommt bei dem Test nicht gut weg: Aufschläge bis fast 20 Prozent (120 Euro) vermelden die Tarifvergleicher. Beide Assekuranzen sind Direktversicherer, also Online-Anbieter.

Vor allem Direktversicherer erhöhen die Preise

Nach den Zahlen der Unternehmensberatung Nafi, die sich auf den Vergleich von Autopolicen spezialisiert hat, sieht es insgesamt so aus: 39 Versicherungen, also fast die Hälfte der Anbieter, hat oder wird zwischen dem 2. Januar und dem 1. Juli diesen Jahres mindestens einmal ihre Tarife ändern. Drei der Unternehmen senkten Preise ab. Im Gegensatz dazu ziehen 34 preislich an. Bei zwei Assekuranzen gibt es je nach Tarif Absenkungen oder Erhöhungen.

„Tendenziell steigen die Tarife“, sagt auch Ivana Höltring, Geschäftsführerin von Nafi. In der Haftpflicht schlägt sich das mit einem Plus von durchschnittlich 6,7 Prozent nieder – schaut man nur die Direktversicherer an, sogar mit 8,6 Prozent. Bei Haftpflichtpolicen zuzüglich Vollkaskoschutzes betragen die Preiserhöhungen 6,78 Prozent. Bei Teilkasko sind Kunden mit nur unwesentlich weniger hohen Anstiegen (6,4 Prozent) konfrontiert. Auch hier greifen die Direktversicherer tiefer in die Taschen der Kunden und wollen 8,26 beziehungsweise 8,23 Prozent mehr.

Bei all diesen Zahlen ist aber zu beachten, dass vor allem die Haftpflichtprämien im Jahr 2009 auf einem historisch niedrigen Prämienniveau von durchschnittlich 275 Euro pro Jahr lagen. Alleine im Zeitraum von 2005 bis 2009 sind die durchschnittlichen Jahresbeiträge für die Kfz-Haftpflicht um rund 23 Prozent gesunken.

Preisvergleiche lohnen sich

Dabei war es auch in den vergangenen Jahren die Regel, dass Versicherungen ihre Preise im Frühjahr anheben. Um dann, wenn die Wechselsaison zum 30. November näher rückt, wieder mit günstigen Tarifen im Wettbewerb auftrumpfen zu können.

Schließlich bringen die Assekuranzen zum Jahreswechsel ebenso viele Policen unter deutsche Autofahrer wie im Laufe des gesamten restlichen Jahres. Um immerhin durchschnittlich zehn Prozent senken sie dafür die Beiträge im Jahresendgeschäft.

Doch in diesem Jahr kann selbst das kommende Jahresendgeschäft die Preise nicht mehr retten. Da kann es mehr lohnen, Anbieter und Tarife zu vergleichen und sich so einen Überblick zu verschaffen. So hat beispielsweise die HUK angekündigt, nicht zu erhöhen, sondern weiter Preise zu senken oder zumindest auf dem niedrigen Niveau zu halten.

Oft entscheidet das Alter oder der Familienstand über die Höhe der Prämien. Gerade bei der Autoversicherung ist es maßgeblich, zu welcher Kundengruppe man gehört. Das kann sich sowohl positiv als auch negativ auswirken.

Wer etwa gerade Nachwuchs bekommen hat, für den kann es sich auszahlen, eine Nachfrage bei der Kfz-Versicherung zu stellen. Möglicherweise vergünstigt der Familienzuwachs die Jahresprämie. Denn Eltern fahren statistisch gesehen vorsichtiger und verursachen weniger Unfälle. Daher sind die Tarife für sie bei manchem Anbieter billiger.

Junge Männer zahlen am meisten

Das Gegenteil gilt, wenn ein Kunde der Gruppe jung, männlich und wenig Fahrpraxis zugehört. In der amtlichen Verkehrsunfallstatistik finden junge Männer unter 24 Jahren besonders häufig Erwähnung. Insgesamt verunglücken laut Statistischem Bundesamt mehr als doppelt so viele 18- bis 24-Jährige im Straßenverkehr als im Durchschnitt. Die Zahl der in Verkehrsunfällen getöteten jungen Männer ist mehr als viermal so hoch wie bei gleichaltrigen Frauen. Bei einer solch ernüchternden Statistik verwundert es nicht, dass sie auch bei der Kfz-Versicherung schlechte Karten haben.

Nach einer Studie der Vergleichsplattform Toptarif werden junge Männer von der Kfz-Versicherung selbst bei sonst identischen Voraussetzungen im Schnitt um knapp 30 Prozent stärker zur Kasse gebeten als ihre etwas älteren Pendants. „Auch bei der gleichen Anzahl unfallfreier Jahre zahlen junge Fahrer in der Regel einen höheren Beitrag zur Kfz-Versicherung“, erklärt Thorsten Bohg, Geschäftsführer des Portals.

Richtig teuer werde es meist für Fahrer unter 23. So zahlt zum Beispiel ein 21-jähriger Golf-Fahrer mit Schadenfreiheitsklasse zwei bei der Allianz rund 1471 Euro jährlich für Haftpflicht und Teilkasko. Mit 26 Jahren würde ihn die Versicherung bei gleichen Bedingungen rund 962 Euro kosten – 35 Prozent weniger.

Was bei Zweitwagen zu beachten ist

Aber auch wer auf Grund seiner Person eigentlich eine höhere Rate zu zahlen hat, kann etwas tun, um die Prämie zu verringern. Ganz legal. Zum einen kommen als Versicherungsnehmer neben dem Autoneuling meist auch die Eltern in Frage. Versichert ein 21-jähriger Fahrer seinen Golf als Zweitwagen der Eltern, so sinken die Kosten beispielsweise beim Direktversicherer HUK24 um rund 180 Euro im Jahr. Es gibt jedoch ein Problem: Ist der Wagen als Zweitwagen über die Eltern versichert, verbessert der Fahranfänger nicht seine eigene Schadenfreiheitsklasse – auch wenn er keine Unfälle baut.

Beliebt ist auch die Übertragung des Schadenfreiheitsrabattes von Dritten. Aber Achtung: Außer bei den Eltern muss der Fahrer mit der Person meist in häuslicher Gemeinschaft gemeldet sein. Übernimmt der 21-jährige Golffahrer nach drei Jahren den Rabatt seines Großvaters, so spart er bei der HUK24 rund 47 Prozent der Versicherungsprämie ein. Aber: Der Abtretende muss auf seinen Schadenfreiheitsrabatt verzichten.

Quelle: Welt Online

Versicherungen:

1
 

Artikel versenden

Bitte füllen Sie alle mit * gekennzeichneten Felder aus