Studie: Stadt gut für Globalisierung aufgestellt
"Hamburg hat die beste wirtschaftliche Zukunft in Deutschland"
Hamburg. Nach der monatelangen Konjunkturflaute im Hamburger Hafen und anderen Teilen der Wirtschaft konnte Wirtschaftssenator Axel Gedaschko (CDU) gestern entspannter durchatmen. Eine Studie der Analysefirma Feri bescheinigt der Stadt die besten wirtschaftlichen Zukunftsaussichten in Deutschland (siehe Tabelle). Allein für dieses Jahr rechnen die Analysten mit einem Wachstum von 2,9 Prozent für Hamburg. Nur der Elbmetropole Dresden werden genauso gute Aussichten bescheinigt.
"Obwohl die Prognosedaten für 2010 sehr optimistisch sind, zeigen sie, dass Hamburg zu den Top-Wachstumsregionen zählt. Die Hansestadt hat die Krise vergleichsweise gut überstanden und lag auch bei den Arbeitslosenzahlen immer besser als der Bundesdurchschnitt", sagte Gedaschko. Er betonte zugleich, bei aller Euphorie dürfe man jedoch auch nicht vergessen, "dass bundesweit die Folgen der Krise noch nicht überwunden sind".
Auch Handelskammer-Präses Frank Horch sieht sich durch die Studie bestätigt, die im Auftrag des Magazins "Capital" entstand. "Als Zentrum des deutschen Außenhandels wird Hamburg frühzeitig vom Anziehen der Weltkonjunktur partizipieren. Auch die Ergebnisse unserer aktuellen Konjunkturumfrage deuten darauf hin, dass es mit der Hamburger Wirtschaft weiter bergauf geht." Und Industriepräsident Hans-Theodor Kutsch sagte, dass sich nachhaltiges Wachstum und sichere Arbeitsplätze nur mit einer breiten industriellen Basis in Hamburg erreichen lassen. "Wir werden uns deshalb gemeinsam mit der Politik für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Industrie in Hamburg einsetzen."
Der Internationale Währungsfonds (IWF) ist allerdings skeptischer. Zwar erwarten die IWF-Experten für das laufende Jahr ein weltweites Wirtschaftswachstum von 4,2 Prozent, nachdem sie im Januar noch von 3,9 Prozent ausgegangen waren. Für Deutschland schätzt die Organisation die Wachstumsaussichten aber nur mit 1,2 Prozent und etwas pessimistischer ein als die Bundesregierung, die gestern von 1,4 Prozent sprach.
Vor allem die ausufernden Staatsdefizite der Regierungen wegen der teuren Konjunkturprogramme gegen die Krise bereiten dem Währungsfonds Sorgen. Auch dass die Krise Griechenlands auf andere Länder überspringen könnte, sei zu befürchten. Die Währungshüter begrüßten die Einigung der Euro-Länder auf Nothilfen für das Land. Doch die deutschen Notfall-Kredite könnten deutlich höher ausfallen als bisher veranschlagt. Sollte Griechenland auch 2011 und 2012 Finanzspritzen benötigen, müssten dies die Euro-Länder wohl allein stemmen - ohne Hilfe der Währungshüter. Hintergrund ist, dass der IWF stets eine Obergrenze für einen Kredit einhalten muss.
Der Anteil Deutschlands an einem möglichen Hilfspaket über drei Jahre könnte daher auf bis zu 18 Milliarden Euro steigen, bestätigten Koalitionskreise in Berlin: "Das kann ein Fass ohne Boden werden." Griechenland will wegen der drückenden Schuldenlast die Hilfsgelder wahrscheinlich sogar schon im Mai abrufen. Ob dann bereits deutsche Gelder fließen können, muss sich noch zeigen. Die SPD-Fraktion im Bundestag sperrt sich gegen ein verkürztes Gesetzgebungsverfahren zur Freigabe der Hilfen und will auf ein fristgemäßes Verfahren bestehen. Und das kann dauern.
Auch wenn die Krise noch nicht überwunden ist, kann sich Hamburgs Wirtschaft der Analyse zufolge auf bessere Zeiten einstellen. Laut Feri soll das Wachstum bis 2015 insgesamt gut 14 Prozent betragen.




Branchenbuch Hamburg
Bauunternehmen Dirk Kage
Hamburger Gutscheinwochen
EnergieBauZentrum


100. Geburtstag
Axel Springer
Abendblatt auf Facebook

Das Rätsel des Tages



