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Wirtschaft

Durst der Dänen nützt deutscher Wirtschaft

Dänen kaufen gern in Deutschland ein

Cola und Bier palettenweise auf dutzenden Einkaufswagen: Dänische Kunden geben in den grenznahen deutschen Supermärkten nach Angaben der Industrie- und Handelskammer (IHK) Flensburg jährlich rund 900 Millionen Euro aus.


Foto: PIEL

Flensburg. Vor allem an den Sonntagen sind Warteschlangen vor den Märkten zwischen Flensburg und Süderlügum (Kreis Nordfriesland) ein gewohntes Bild. "Die Sonder- Öffnungszeiten im Grenzhandel sind sehr großzügig", sagte Dirk Nicolaisen, IHK-Referent für deutsch-dänische Zusammenarbeit in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Die Gründe für den Einkaufstourismus sind außer den hohen Lebenshaltungskosten in Dänemark die unterschiedlichen Steuersätze. Der einheitliche dänische Mehrwertsteuersatz von 25 Prozent liegt deutlich über dem deutschen für Lebensmittel von sieben Prozent. Zudem mache die Umgehung der dänischen Alkohol- und Zigarettensteuer einen Einkauf in Deutschland lohnenswert. Nicolaisen betonte, dass zunehmend auch feste Brennstoffe wie Koks eingekauft würden, um die dänische Energiesteuer zu umgehen.

Aus diesem Geschäft hat sich in den vergangenen Jahren eine Grenzhandel-Industrie entwickelt. In Zusammenarbeit mit den Grenzhandels-Unternehmen werden aus Dänemark ganze Bustouren mit Einkaufswilligen organisiert. Geschäfte stellen dänisch-sprechende Kassierer ein, beschriften auf dänisch und zeichnen Preise in Kronen aus. "Das Sortiment und auch alles andere ist auf dänische Kunden ausgerichtet", erklärte Nicolaisen. Selbst die deutsche Dosenpfandregelung greife nicht, wenn der Käufer mit seinem Personalausweis belegen könne, dass er die Ware exportiere.

Der Trend zum Einkaufsland Schleswig-Holstein hält an. "Trotz der Wirtschaftskrise ist der Grenzhandel mit dem Jahr 2008 zufrieden. Es gab keine Einbrüche, sondern eher leichte Zuwächse", betonte Nicolaisen. Es gebe keine gesicherten Zahlen, wie viele Kunden die Einzelhändler hätten oder wie viele Arbeitsplätze vom Grenzhandel profitieren, sagte er. "Es ist ein harter Wettbewerb, da rücken die Unternehmen nicht mit Zahlen heraus." Bis zu 90 Prozent der Kunden kämen jedoch aus Dänemark, betonte Nicolaisen. Kunden aus anderen skandinavischen Ländern wie Schweden oder Norwegen seien wegen der Entfernung eher auf Fehmarn zu finden.dpa

 

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