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Wirtschaft

Stellenstreichungen bei Siemens

Siemens baut weltweit 4200 Arbeitsplätze ab

In Deutschland stehen allein 2000 Jobs auf der Kippe. Für 2012 sind Investitionen in Höhe von rund 500 Millionen Euro geplant.

Siemens in Erlangen. Bis Ende des kommenden Jahres will das deutsche Elektrounternehmen weltweit 4200 Stellen streichen. In Deutschland sind allein 2000 Jobs bedroht.
Foto: AP

München. Bis Ende kommenden Jahres will der deutsche Elektrokonzern Siemens bei der Neuordnung seiner IT-Sparte weltweit 4200 Stellen streichen - in Deutschland allein 2000. Das teilte das Unternehmen am Donnerstag in München mit. Die IT-Sparte SIS solle in diesem Sommer wieder ausgegliedert und rechtlich verselbständigt werden. Die Sparte war unter dem früheren Siemens-Chef Klaus Kleinfeld in das Gesamtunternehmen eingegliedert worden.

Bis zum Jahr 2012 plane Siemens zudem Investitionen von mehr als 500 Millionen Euro, erklärte das Unternehmen weiter. Damit solle das das Geschäft von SIS ausgebaut und wettbewerbsfähig gemacht werden. Die bisher sieben Geschäftseinheiten der Sparte sollten im Zuge des Umbaus in zwei Säulen zusammengefasst werden - nämlich in das IT-Outsourcing- und das Lösungsgeschäft. „Wir wollen SIS auf ein langfristig solides Fundament stellen“, erklärte der Interimschef der Sparte, Christian Oecking, der Mitteilung zufolge.

Beschäftigte der Sparte befürchteten seit Monaten harte Einschnitte und hatten dagegen immer wieder protestiert. Derzeit hat SIS weltweit rund 35.000 Beschäftigte. Davon arbeiten rund 9700 in Deutschland.

Die Ankündigung kommt nicht ganz überraschend. Bereits im Januar hatte das Unternehmen erklärt, dass es mit einem deutlichen Rückgang bei Neuaufträgen und Umsatz rechne. Konzernchef Peter Löscher sagte seinerzeit bereits, dass Stellen abgebaut werden müssten, um auf die Krise zu reagieren. Allerdings sucht das Management dabei die Zusammenarbeit mit dem Betriebsrat. „Wo immer sich Brücken zur Überwindung von Nachfrage-Tälern bauen lassen, gehen wir diesen Weg“, sagte Löscher.

Dank eines bereits laufenden Sparprogramms hatte der Konzern den operativen Gewinn im ersten Finanzquartal steigern können. Das Ergebnis der drei Sektoren Industrie, Energie und Gesundheit stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um elf Prozent auf 2,255 Milliarden Euro, wie Siemens in München im Januar mitteilte. Zur Überraschung von Analysten blieb im Quartal von Oktober bis Dezember unterm Strich ein Gewinn von 1,531 Milliarden Euro und damit fast ein Viertel mehr als im Vorjahresquartal. Für „spezifische Geschäfte und einzelne Standorte“ seien aber trotz Kurzarbeit „Anpassungsmaßnahmen unumgänglich“, so Löscher.

Für das Gesamtjahr wagte Siemens einen verhaltenen Ausblick. Man rechne mit weniger Umsatz und operativem Gewinn als 2009. „Die Krise ist noch nicht vorbei. Auch wenn wir mit unserem ersten Quartal zufrieden sein können, wir bleiben vorsichtig“, sagte Löscher. „Zum Halbjahr, also auf halber Wegstrecke, werden wir unsere Prognose überprüfen“, kündigte er aber zugleich an. Denn im ersten Quartal hat Siemens schon fast ein Drittel des für 2010 angepeilten operativen Gewinns von bis zu 6,5 Milliarden Euro eingefahren.

Im Januar war zudem bekannt geowrden, dass Siemens beste Chancen auf den größten Zug-Auftrag in der Geschichte der Deutschen Bahn hat. Siemens sei der bevorzugte Bieter für die Lieferung von 300 Fernzügen, erklärte Bahn-Chef Rüdiger Grube seinerzeit in Berlin. Mit dem Konzern werde man nun exklusive Verhandlungen etwa über die technische Ausstattung der sogenannten ICx-Züge aufnehmen. Grube hatte zuletzt von einem Auftragswert von sechs Milliarden Euro gesprochen. Bis zum Sommer sollten die Züge, die die bisherigen IC/EC sowie die ICE 1 und ICE 2 ersetzen sollen, endgültig bestellt werden. Zum Einsatz kommen sie nach bisherigen Bahn-Planungen ab 2015. (abendblatt.de)

 

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