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Axel Springer setzt in der Wirtschaftskrise auf das Internet
Schon fast ein Drittel der Werbeerlöse von Axel Springer stammen aus den digitalen Medien. Umsatz und Gewinn im Jahr 2009 gesunken.
Mathias Döpfner, der Vorstandsvorsitzende der Axel Springer AG, bei der Bilanzvorlage in Berlin.
Foto: dpa
Berlin. Europas größtes Zeitungshaus Axel Springer ("Bild", "Die Welt", "Hamburger Abendblatt" ) sieht sich trotz schwieriger Marktlage auf gutem Weg zum integrierten Multimedia-Konzern. Innerhalb der kommenden sieben Jahre sollen Umsatz und Gewinn je zur Hälfte aus dem klassischen Printgeschäft und den Online-Aktivitäten stammen, sagte Vorstandschef Mathias Döpfner am Mittwoch bei der Bilanzvorlage in Berlin. „Es ist gut möglich, dass wir das Ziel bereits in zwei Jahren erreichen.“ Schon heute erwirtschafte Axel Springer 20 Prozent aus Online-Aktivitäten.
Im Krisenjahr 2009 ist die Axel Springer AG erwartungsgemäß hinter die Vorjahresergebnisse zurückgefallen. Der Umsatz schrumpfte um 4,3 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro, der Jahresüberschuss um 45 Prozent auf 313,8 Millionen Euro. Die Dividende soll mit 4,40 Euro je Aktie konstant bleiben. Döpfner zog gleichwohl ein positives Fazit: „Jeder achte Euro vom Umsatz war Gewinn, jeden fünften Euro haben wir im Internet umgesetzt, wir schlagen eine Rekorddividende vor, die Eigenkapitalquote wurde auf über 40 Prozent erhöht und die Verschuldung de facto auf Null abgebaut“, sagte er.
Der Konzern habe sich in der größten Finanz- und Wirtschaftskrise noch besser aufgestellt. „Schicksalsschläge sehen anders aus“, sagte Döpfner. Große Hoffnungen verknüpft Axel Springer mit der Entwicklung journalistischer Angebote für das Internet und mobile Endgeräte. Dabei stütze man sich auf Inhalte-Portale wie „Bild.de“, Rubriken- Seiten wie die Jobbörse Stepstone und den Internet-Werbevermarkter Zanox.
Eine Übernahme des Nachrichtensenders N24 schloss Döpfner aus. Die Konditionen seien nicht überzeugend. Die „Schicksalsfrage“ für Medienunternehmen sei die Fähigkeit, Geschäftsmodelle für Qualitätsjournalismus zu entwickeln. Axel Springer baue auf die wachsende Bereitschaft, für exklusive Angebote im Netz Geld bezahlen. „Am Ende zählt der Inhalt, nicht der Vertriebsweg“. Die Vertriebserlöse gingen 2009 um 3,3 Prozent auf 1,176 Milliarden Euro zurück, die Werberlöse fielen um 8,8 Prozent auf 1,138 Milliarden Euro. Knapp ein Drittel aller Werbeerlöse (29,6 Prozent) erwirtschaftete Axel Springer bereits in den digitalen Medien.
Die deutschen Zeitungstitel wurden von einem Rückgang des Anzeigengeschäfts um 12,1 Prozent getroffen, bei den Zeitschriften waren es sogar 20,3 Prozent. Flaggschiff „Bild“ konnte sich bei einem Plus der Bruttoumsätze von 6,5 Prozent gegen den Trend auf dem Werbemarkt behaupten. Im Ausland musste Axel Springer ein Umsatzminus von fast 24 Prozent verkraften, bei der Werbung waren es sogar minus 36 Prozent. Für 2010 geht Axel Springer mit stabilen oder leicht steigenden Umsätzen aus, vor allem aufgrund des Wachstums im digitalen Bereich.




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