Bonds
Anleger reißen sich um neue Griechen-Anleihe
Das Interesse an der griechischen Staatsanleihe ist groß. Es liegen Kaufangebote in Höhe von elf Milliarden Euro vor.
Die Akropolis bei Athen. Griechenland hat eine neue zehnjährige Staatsanleihe ausgegeben. Die Nachfrage ist groß
Foto: PA/dpa
Athen. Griechenland trifft bei seiner neuen zehnjährigen Staatanleihe auf reges Interesse. Es seien Ankaufangebote im Volumen von elf Milliarden Euro eingereicht worden, hieß es am späten in Bankenkreisen. Die Bücher wurden um 12.00 Uhr geschlossen. Händlern zufolge waren HSBC, Nomura, NBG, Piraeus Bank und Barcap mit der Ausgabe der Anleihe beauftragt worden.
Insgesamt sollen nur fünf Milliarden Euro bei der Emission aufgenommen werden, so dass viele Kaufinteressenten diesmal nicht zum Zuge kommen dürften. Griechenland muss bis Mai ungefähr 20 Milliarden Euro Schulden umfinanzieren. Zuletzt hatte das südosteuropäische Land im Januar acht Milliarden Euro mit einer fünfjährigen Anleihe am Markt aufgenommen.
Analysten sehen die aktuelle Emission als wichtigen Testballon für die Aufnahmefähigkeit und das Vertrauen des Marktes. Im Januar hatte das Land mit einer fünfjährigen Anleihe eine Blamage erlitten. Kurz nach Platzierung des Papiers kamen die Marktkurse ins Rutschen. Erstkäufer erlitten empfindliche Buchverluste. Der Renditeaufschlag zu Bundesanleihen gleicher Laufzeit stieg von weniger als 200 Basispunkten - das entspricht zwei Prozent - Anfang des Jahres auf bis zu 383 Basispunkten (3,83 Prozentpunkte) Ende Februar.
Zuletzt warfen am Markt befindliche Hellas-Bonds mit fünfjähriger Laufzeit 5,92 Prozent Rendite ab, vergleichbare deutsche Bonds rentieren nur mit 2,88 Prozent. Renditeaufschläge sind der Gradmesser für wie riskant Investoren eine Anleihe halten: Je höher der Aufschlag, als desto unsicherer wird die künftige Zinszahlung und Tilgung eingeschätzt.
In der Euro-Zone waren die Spreads im Jahr 2007 auf wenige Basispunkte zusammengeschrumpft. Teilweise zahlten Marktteilnehmer sogar mehr für griechische als für deutsche Staatstitel. Erst die Finanzkrise sensibilisierte die Marktteilnehmer wieder für die möglichen Folgen einer unsoliden Haushaltspolitik in den Peripherie-Ländern der Euro-Zone. Fünfjährige griechische Staatstitel werden von den Marktteilnehmern aktuell als riskanter eingeschätzt als Bonds der asiatischen Entwicklungsländer Thailand (Rendite: 3,4 Prozent), Malaysia (Rendite: 3,8 Prozent) oder Indonesien (Rendite: 5,4 Prozent).All diese Länder konnten in der Asienkrise von 1997 ihre Zahlungsverpflichtungen nicht mehr erfüllen. Analysten gehen davon aus, dass der hoch verschuldete und von einer schweren Wirtschaftskrise heimgesuchte Ägäis-Staat bis zu zehn Prozent auf seine Bonds zahlen müsste, wäre er nicht Mitglieder der Europäischen Währungsunion. Bei einer Anleihenauktion bietet zunächst ein Kreis ausgewählter Banken für die Papiere. In einem zweiten Schritt platzieren die Geldhäuser die Bonds dann am Markt. Alternativ können sie sie auch für ihre Refinanzierung nutzen, indem sie sie bei der Zentralbank hinterlegen.
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