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Wirtschaft

Verkaufschance

Für altes Gold gibt es jetzt mehr Geld denn je

Für Gold gibt es momentan richtig viel Geld. Das Edelmetall wird zu Höchstpreise gehandelt. Der Preisanstieg bietet beste Verkaufschancen für Verbraucher. Zahngold, Schmuck, alte Münzen oder Kerzenleuchter – alles kann versilbert werden. Doch Vorsicht, es gibt viele unseriöse Ankäufer.

Gold ist so teuer wie nie zuvor. Momentan wird das Edelmetall zu Höchstpreisen um 1050 Dollar pro Feinunze (31,1 Gramm) gehandelt. Rohstoff-Experten rechnen damit, dass die Rallye weitergeht und Allzeithochs um 1100 bis 1200 Dollar drin sind. Eine verlockende Chance für Privatleute, abgelegten oder kaputten Schmuck, Zahngold, Münzen, Tafelsilber, Leuchter oder auch das ungeliebte Familien-Erbstück zu Geld zu machen.

Mit dem Verkauf eines 35 Gramm schweren Armbands aus 585er Gelbgold (das entspricht gut 20 Gramm Feingold) lassen sich derzeit bestenfalls etwa 390 Euro verdienen. Eine Kette, die 1970 einmal 600 D-Mark gekostet hat, kann heute über 650 Euro einbringen, je nach Goldgehalt und Gewicht, ein Goldring rund 55 Euro.

Kann, muss aber nicht. Denn nicht jeder Ankäufer bietet faire Preise, nicht alle sind seriös. Wer seinen kleinen Schatz optimal verkaufen will, sollte auf keinen Fall beim erstbesten Angebot zuschlagen, rät Falk Murko von Stiftung Warentest. Wer nicht höllisch aufpasst, wird mit bis zu 80 Prozent weniger abgespeist als eigentlich möglich wäre, wie Dominik Lochmann von der Scheideanstalt ESG Edelmetallservice in Rheinstetten bei Karlsruhe berichtet.

Juweliere, Pfandhäuser, Internet-Aufkäufer sowie „fliegende“ Goldhändler, die sich auf Zeit in Läden einmieten, kaufen zu völlig unterschiedlichen Preisen an. Gesetzliche Vorgaben gibt es nicht. Oft wird der Wert der Preziosen nur geschätzt. Nicht einmal bei Juwelieren gibt es eine Garantie auf Top-Preise, räumt Joachim Dünkelmann vom Bundesverband der Juweliere ein. Sein Rat: immer mindestens ein zweites Angebot einholen.

Aber wo lassen sich Schätze am besten verkaufen? Direkt bei den Scheideanstalten, betont Verbraucherschützer Murko. Diese Firmen sind zum Teil seit mehr als 100 Jahren spezialisiert auf die Rückgewinnung von Edelmetallen. Nur Scheideanstalten sind in der Lage, Preziosen einzuschmelzen und die unedlen von den edlen Metallen zu trennen. Deshalb landet bei diesen Experten ohnehin sämtliches Altmaterial, das Zwischenhändler wie Juweliere, Pfandhäuser oder Goldagenturen von den Privatleuten angekauft haben – um es schließlich selbst mit Gewinn an die Schmelzbetriebe weiterzureichen.

Wer mehrere Altgold-Stücke zu verkaufen hat, nicht nur einen einzigen Ring oder Goldzahn, kann sich deshalb den Umweg über Zwischenhändler sparen. In den Scheideanstalten seien in der Regel die fairsten Marktpreise zu erzielen, erklärt Murko. Häufig wird der Goldpreis täglich für die Kundschaft aktualisiert.

Für 333-er Goldschmuck, der einen Goldanteil von 333 Tausendstel, also ein Drittel, enthält, bekommen Verkäufer beispielsweise von der ESG-Scheideanstalt momentan etwas über sechs Euro pro Gramm ausgezahlt. Für 750-er Gold sind gut 14 Euro möglich. Der Stempel auf Schmuck oder etwa Silberbesteck gibt Aufschluss über die Metall-Legierung. Der erzielbare Gewinn könne so selbst grob überschlagen werden, so Lochmann. Den Wert von nicht standardisierten Zahngoldlegierungen dagegen kann nur eine exakte Analyse bringen. Geschätzte Preise vom Zwischenhändler „gehen immer von der schlechtest möglichen Legierung aus“, erläutert Lochmann.

Viele Scheideanstalten lassen sich den Schmuck der Bürger auf dem Postweg versichert zuschicken. Einige Firmen akzeptieren Material erst ab Mengen von 50 bis 100 Gramm aufwärts. Größere Mengen Schmuck oder etwa schweres, vielteiliges Silberbesteck werden meist kostenfrei abgeholt.

Wer nur eine Kette oder einige Stücke Zahngold zu verkaufen hat, für den lohnt sich der Postweg zur Scheideanstalt in der Regel nicht. In diesen Fällen sei es besser, sich an einen Juwelier des Vertrauens zu wenden, meint Murko. Aber auch da gilt: Immer Vergleichsangebote einholen. Von unbekannten Händlern sollten Verkäufer am besten komplett die Finger lassen.

Quelle: Welt Online mit AP

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