Energieversorgung
Strom in Deutschland wird erheblich teurer
Die gesetzlich festgelegte Umlage für Erneuerbare Energien sorgt bei einem großen Haushalt für Mehrkosten von mindestens 100 Euro. An dieser Umlage kommt niemand vorbei. Daher erhöhen die Anbieter auch im März die Preise. WELT ONLINE stellt die schlimmsten Preistreiber vor.
Deutsche Stromkunden müssen sich auf kräftige Preiserhöhungen in diesem Jahr einstellen. „Ich rechne damit, dass ein großer Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 7000 Kilowattstunden 2010 mindestens 100 Euro alleine für die Solarstromförderung zahlen muss“, sagte Holger Krawinkel vom Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZVB) WELT ONLINE. Grund dafür ist die sogenannte EEG-Umlage. Diese gesetzlich festgelegte Unterstützung für Betreiber von Anlagen, die erneuerbare Energien produzieren, zahlen alle Stromkunden über ihre normale Rechnung. Und zwar unabhängig davon, ob sie Öko- oder Atomstrom beziehen. Seit Anfang des Jahres ist die EEG-Umlage vereinheitlicht und beträgt 2,047 Cent.
Doch dabei haben sich die Stromnetzbetreiber dem Energieexperte Krawinkel zufolge kräftig verkalkuliert: „Die EEG-Umlage wird noch in diesem Jahr deutlich steigen“, sagte er WELT ONLINE. Denn die Prognosen zum Zubau von Solarstromanlagen gingen von viel zu niedrigen Werten aus.
Mittlerweile sind bereits ein Vielfaches mehr Anlagen neu entstanden, als vorhergesagt. Was nach Berechnungen des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen allein für die im vergangenen Jahr gebauten Anlagen Mehrkosten von mehr als zehn Milliarden Euro bedeutet.
Im vergangenen Jahr waren viele Experten noch davon ausgegangen, dass die Strompreise wegen gesunkener Beschaffungskosten 2010 sinken. Nach Berechnungen des unabhängigen Vergleichsportals Toptarif haben jedoch zum Januar und zum Februar dieses Jahres bereits 200 Stromversorger ihre Tarife erhöht.
Auch für März sind weitere Preiserhöhungen bereits angekündigt. Toptarif-Geschäftsführer Thorsten Bohg rechnet damit, dass weitere Anbieter wegen der höheren Gebühren folgen, wie er WELT ONLINE sagte. Allerdings gebe es auch Preissenkungen.





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