Dax-Vorschau
An der Börse mischt sich Hoffnung unter die Angst
Wie entwickelt sich der Dax in den kommenden Tagen? Beherrschendes Thema wird wohl die Sorge um die Stabilität der Eurozone sein. Sie lastet schwer auf den Aktienkursen. Aber manche Experten halten die derzeitigen Dax-Verluste bereits für übertrieben. Denn viele Firmen stehen gut da.
Analysten sind in ihre Daten vernarrt. Und so konnte es nicht ausbleiben, dass Zahlenfresser – in diesem Fall von der NordLB – herausfinden, dass der deutsche Aktienmarkt in einer fünften Kalenderwoche noch nie so schlecht abgeschnitten hat wie 2010: 3,1 Prozent hat der Dax in der vergangenen Woche verloren. Auslöser für die Flucht aus den Aktien waren die Furcht vor einer „harten Landung“ der chinesischen Konjunktur, einer voreiligen Geld-Verknappung der Notenbanken und vor allem einer Staatenpleite im Euro-Raum. Seit Jahresanfang steht der Index nun bereits knapp acht Prozent im Minus.
Erinnerungen werden wach an das vergangene Jahr, als das Börsenbarometer zwischen Januar bis März fast ein Viertel ein Wert einbüßte. Die meisten Investment-Experten rechnen auch für die nächsten Tag mit sinkenden Kursen. „In den neuen Wochen dürften sich die Kursrückgänge fortsetzen“, sagt Daniel Schär von der Weberbank. Verhält sich der Dax wie 2009, kommt er erst bei 4500 Punkten zum Stehen.
Gegen ein solches Abrutschen spricht jedoch, dass deutsche Blue-Chips nur mit einem durchschnittlichen Kurs/Gewinn-Verhältnis von 11,7 bewertet sind – drei Punkte niedriger als im historischen Mittel. Die Dividendenrendite liegt mit 3,8 dagegen höher als im langjährigen Schnitt. Gute Unternehmensergebnisse könnten die Börsianer daher zumindest vorübergehend in den Markt zurücklocken. „Bei den deutschen Werten lassen sich die starken Kursabschläge der jüngsten Zeit mit fundamentalen Fakten nicht begründen“, sagt Klaus Stabel, Stratege bei ICF Kursmakler. Die Verluste seien überzogen, der Markt „überverkauft“.
In den USA haben drei Viertel aller Firmen die Prognosen übertroffen, und in Deutschland sieht es ähnlich gut aus. Diese Woche werden wieder einige Geschäftszahlen veröffentlicht. Aus dem Dax wird ThyssenKrupp am Freitag Ergebnisse bekannt geben. Mehr los ist in der zweiten Reihe: Ihr Zahlwerk angekündigt haben die MDax-Firmen Gildemeister, Rheinmetall sowie Heidelberger Druck. Aus der Baubranche berichten Dyckerhoff und Bilfinger.
Ein ganz besonderes Spektakel verspricht diese Woche der Chip-Hersteller Infineon zu bieten, der für Donnerstag zu seiner Hauptversammlung eingeladen hat. Es zeichnet sich eine Kampfabstimmung um den Vorsitz des Aufsichtsrates ab. Kandidat des Konzerns ist Klaus Wucherer. Gegen ihn kandidiert Willi Berchtold, den eine rebellische Investorengruppe ins Rennen geschickt hat.
Noch so gute Geschäftsergebnisse werden den Markt allerdings nicht stabilisieren, solange kein Mittel gegen die „Peripheritis“, die prekäre Haushaltslage Euro-Peripherieländer Griechenland und Portugal gefunden wird. Commerzbank-Chefökonom Jörg Krämer rechnet vor, dass allein Athen fast doppelt so viele Wertpapiere ausstehen hat wie die Pleite-Bank Lehman Brothers. Ein Zahlungsausfall würde Europas Banken einmal mehr zu „massiven Abschreibungen“ zwingen. Dann wäre die nächste Krise da.





Branchenbuch Hamburg
Bauunternehmen Dirk Kage
Hamburger Gutscheinwochen
EnergieBauZentrum


100. Geburtstag
Axel Springer
Abendblatt auf Facebook

Das Rätsel des Tages



