Hans-Joachim Otto
Maritimer Koordinator sagt Branche Hilfe zu
Hamburg. Der neue Maritime Koordinator der Bundesregierung, Hans-Joachim Otto, hat der maritimen Wirtschaft in Deutschland am Donnerstagabend bei seinem Antrittsbesuch in Hamburg die Hilfe der Bundesregierung zugesagt. "Wir wollen die Branche mit den Mitteln, die einem Staat zur Verfügung stehen, durch die Krise bringen", sagte Otto. Kredite und Bürgschaften wie auch der "ordnungspolitische Rahmen" könnten dazu dienen.
Der FDP-Politiker Otto ist parlamentarischer Staatssekretär beim Bundeswirtschaftsminister. Er soll voraussichtlich Ende des Monates offiziell für seine neue Funktion als Maritimer Koordinator ernannt werden und folgt dann der CSU-Politikerin Dagmar Wöhrl nach.
Den finanziellen Rahmen für staatliche Hilfen bildet der mit 100 Milliarden Euro ausgestattete Deutschlandsfonds der Bundesregierung, der Kredite und Bürgschaften vergibt. "Wir behandeln derzeit im Wirtschaftsministerium Finanzierungsfragen wegen einer drohenden, teils bereits reellen Kreditklemme", sagte Otto. Er machte zugleich deutlich, dass es für die Branche mit ihren verschiedenen Segmenten - vor allem Schifffahrt, Schiffbau und Hafenwirtschaft - keine pauschale Hilfslösung geben könne: "Wir werden jeden Antrag auf Hilfsleistungen einzeln prüfen. Entscheidend wird wie in allen anderen Branchen sein, ob das Unternehmen durch die Weltwirtschaftskrise in Schwierigkeiten geraten ist und ob es eine wirtschaftliche Perspektive besitzt."
Deutschlands führende Linienreederei Hapag-Lloyd hatte im Herbst Kreditbürgschaften des Bundes und des Landes Hamburg über insgesamt 1,2 Milliarden Euro erhalten. Die Hamburger Charterreedereien Döhle und Offen hingegen, die ihre Schiffe an Linienreedereien vermieten und die sich mit Neubauaufträgen für Containerschiffe in Asien übernommen hatten, waren mit ihren Anträgen auf Kredite der staatlichen KfW-Bank nicht erfolgreich.
Hamburgs Wirtschaftssenator Axel Gedaschko versucht, mit den anderen nördlichen Bundesländern und mit der Wirtschaft ein Hilfskonzept für die Branche zu organisieren. Wie dies aussehen soll, ist bislang aber völlig offen, vor allem deshalb, weil die im Verband VDR vertretenen Reeder untereinander uneinig sind. "Da gönnt einer dem anderen nicht das Schwarze unter den Fingernägeln", sagte ein Insider dem Abendblatt.



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