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Wirtschaft

Neuer Banken-Skandal?

Ermittler durchsuchen Landesbank Baden-Württemberg

Verdacht der Untreue bei dem Institut in Stuttgart. Die größte deutsche Landesbank steckt ohnehin tief in den roten Zahlen.

Die Zentrale der Landesbank Baden-Württemberg in Stuttgart.
Foto: dpa/DPA

Stuttgart.

Wegen des Verdachts der schweren Untreue haben Hunderte Beamte am Montag die Landesbank Baden-Württemberg durchsucht. Gegen den früheren Vorstandschef Siegfried Jaschinski und sechs amtierende Vorstände leitete die Staatsanwaltschaft Stuttgart ein Ermittlungsverfahren ein. Der amtierende LBBW-Chef Hans-Jörg Vetter ist dem Vernehmen nach nicht im Visier der Ermittler. Er hatte im Sommer den Vorsitz der größten deutschen Landesbank von Jaschinski übernommen.

Die Staatsanwaltschaft wirft den sieben Beschuldigten vor, „das Vermögen der Bank pflichtwidrig durch Geschäfte mit US-Hypothekenanleihen gefährdet oder geschädigt zu haben“. Es bestehe der Verdacht, dass die Manager seit Ende 2006 pflichtwidrig Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe in hoch riskante Finanzgeschäfte getätigt oder nicht untersagt hätten, obwohl der Markt für Hypothekenanleihen damals unmittelbar vor dem Zusammenbruch gestanden habe. Zum Ankauf der Finanzprodukte habe das Kreditinstitut auch mehrere Zweckgesellschaften im Ausland unterhalten. Der Schaden stehe noch nicht fest, dürfte aber in Millionenhöhe liegen, erklärten Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt in einer gemeinsamen Mitteilung.

Den Angaben zufolge wurden seit dem Morgen die Hauptverwaltung eines großen Kreditinstituts in Stuttgart sowie zehn Privatwohnungen durchsucht. Die Aktion dauerte am Spätnachmittag noch an. Beteiligt daran seien neben den Staatsanwälten rund 240 Einsatzkräfte des Landeskriminalamts, der Landes- und der Bereitschaftspolizei. Dem Vernehmen nach wurde auch die Wohnung von Jaschinski genauer unter die Lupe genommen. Die LBBW unterstütze das Ermittlungsverfahren vollumfänglich, um zu einer raschen Aufklärung des Sachverhalts beizutragen, sagte ein Bank-Sprecher.

Weder der baden-württembergische Sparkassenverband noch die Stuttgarter Landesregierung wollten eine Stellungnahme zu dem Ermittlungsverfahren abgeben. Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft hatte vor rund einem Jahr mitgeteilt, es werde geprüft, ob gegen den seitdem abgelösten LBBW-Chef Jaschinski und seine Vorstandskollegen der Verdacht der Untreue bestehe. Nach dem Verlust von 2,1 Milliarden Euro für 2008 waren den Angaben zufolge mehrere Strafanzeigen von Bürgern eingegangen. Auch im laufenden Jahr wird bei der LBBW wieder ein Minus von rund zwei Milliarden Euro erwartet.

Im November 2009 leitete die Staatsanwaltschaft dann ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der besonders schweren Untreue ein und beauftragte das LKA mit der Durchführung der weiteren Ermittlungen. Auf besonders schwere Untreue steht maximal zehn Jahre Gefängnis. Eine Vernehmung der Beschuldigten war nach Ermittlerangaben zunächst nicht geplant. Zuerst müsse das gefundene Material bewertet werden, hieß es weiter. dpa

 

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