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Wirtschaft

Preiswettbewerb im Luftverkehr

Bundesregierung zwingt Airline Emirates zu höheren Preisen

Die arabische Fluglinie darf nicht länger EU-Fluggesellschaften bei den Preisen unterbieten. Auch Hamburg-Singapur betroffen.

Emirates - hier eine A 380 - soll bei den Preisen ausgebremst werden.
Foto: AP

Frankfurt/Main. Neue Runde im Preiskampf der Fluggesellschaften: Die Bundesregierung hat sich eingeschaltet und die arabische Airline Emirates zu Preiserhöhungen gezwungen. Damit will das Verkehrsministerium die etablierten EU-Fluggesellschaften vor Rivalen zu schützen, die aggressiv mit Billigpreisen um Kunden werben.

In einem Reuters vorliegenden Schreiben des Bundesamts für Güterverkehr an Emirates heißt es, ein Luftfahrtunternehmen, das seinen Sitz nicht in der EU habe, dürfe nicht die niedrigsten Preise auf Strecken von Deutschland in Ziele außerhalb der EU anbieten. „Die Preishoheit soll vornehmlich den designierten Luftfahrtunternehmen einschließlich den Luftfahrtunternehmen aus den EU-Mitgliedstaaten vorbehalten sein.“ Durch die niedrigeren Preise von Emirates habe eine „Marktstörung“ vorgelegen, das Amt habe daher eingegriffen. Allerdings sei die arabische Fluggesellschaft nicht das einzige Unternehmen, dass seine Tarife anpassen musste, heißt es in dem Schreiben. Das dem Verkehrsministerium unterstellte Amt ist seit mehr als zehn Jahren für die Preiskontrolle bei Fluggesellschaften zuständig.

 

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Emirates sieht in dem Schritt einen massiven Eingriff in den freien Wettbewerb. „Das ist einzigartig. Kein anderes entwickeltes Land hat je so eine Politik verfolgt“, sagte Emirates-Vizepräsident Andrew Parker zu Reuters. Die Behörde habe das Unternehmen gezwungen, ihre Preise an jene des teuersten Anbieters anzugleichen. Konkret ging es um Strecken zwischen Frankfurt und Johannesburg, Hamburg und Singapur und Berlin und Singapur. Die Preiserhöhungen hätten sich bereits negativ auf die Buchungszahlen niedergeschlagen. Die Auswirkungen seien noch „nicht dramatisch, aber maßgeblich“, sagte Parker.

Emirates habe den Fall bereits vor die EU-Kommission gebracht. Diese befasse sich nun mit dem Thema. Zudem befinde sich Emirates im Kontakt mit dem Bundesministerium für Verkehr. „Ich hoffe, dass sich der gesunde Menschenverstand durchsetzt und man das auf Ministerebene als Unfall der Geschichte ansieht und unterbindet“, sagte Parker. Ein Sprecher des Ministeriums erklärte, das Vorgehen des zuständigen Bundesamts sei nicht unüblich. Es gebe gewisse Vorschriften im Luftverkehr. Das Ministerium befinde sich in Kontakt mit Emirates und werde sich einem Gespräch mit dem Unternehmen nicht verwehren, sollte Emirates darum bitten. Eine Sprecherin der größten europäischen Fluggesellschaft Lufthansa betonte, das Unternehmen habe sich weder beschwert noch die Untersuchung ins Rollen gebracht.

 

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