Dienstag, 29. Mai 2012, 12:27

Abendblatt als Startseite | Aboservice | E-Paper

www.abendblatt.de

  • E-Mail
  • Singles
  • Branchenbuch
  • Jobs Hamburg
  • Immobilien Hamburg
  • Kleinanzeigen
  • Info
  • Rechner
  • Ticket kaufen
  • studiVZ
  • meinVZ
Magazin Hafen Magazin Senioren

Wirtschaft

Auktion in New York

Eine Million Dollar für Madoffs Privatsachen

17 Rolexuhren, Golfschuhe, ja sogar ein Rettungsring aus dem Besitz des Finanzbetrügers Bernard Madoff fanden reißenden Absatz.

Diesen kostbaren Ring hat Madoffs Ehefrau Ruth jahrelang getragen.
Foto: dpa

New York. Die erste Auktion von Privatsachen des Milliarden-Betrügers Bernard Madoff brachte mit rund einer Million Dollar doppelt so viel wie erwartet ein. Der Reiz, ein Souvenir vom größten Finanzschwindler aller Zeiten zu ergattern, war so groß, dass selbst für Alltagsgegenstände zum Teil tausende Dollar gezahlt wurden. Bei der Auktion in einem New Yorker Hotel wurden am Sonnabend vor allem Uhren und Schmuck aus dem Besitz von Madoff und seiner Frau Ruth verkauft.

Unterdessen wurden zwei Computerprogrammierer beschuldigt, Madoff bei seinem Betrug unterstützt zu haben. Die Preise für manche der rund 200 Madoff-Sachen übertrafen die vorherigen Experten-Schätzungen bei weitem. So wurde die blaue Baseball-Fanjacke der New Yorker „Mets“ mit Madoffs in Orange aufgesticktem Namen für 14.500 Dollar ersteigert. Der vorherige Schätzpreis lag lediglich bei 500 bis 720 Dollar.

Für einen Rettungsring von Madoffs Yacht mit der Aufschrift „Bullship N.Y.“ gab es 7500 Dollar statt der erwarteten 160 Dollar. Der Erlös der Versteigerung soll Madoffs Opfern zugutekommen. Für sie ist das Geld aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Der Schaden von Madoffs jahrzehntelangem Betrug beträgt bis zu 65 Milliarden Dollar.

Gestohlene Aschenbecher

Nicht ohne eine gewisse Ironie für die vielen tausend geprellten Madoff-Anleger war der Überraschungs-Hit der Auktion: Drei hölzerne Lock-Enten aus Madoffs Strandhaus bei New York. Für sie zahlte ein Internet-Bieter insgesamt 11.500 Dollar, während gerade einmal 200 Dollar erwartet worden waren.

Eine für 800 Dollar verkaufte Zusammenstellung von Geschirr aus Madoffs Haushalt zeigte, dass der Mega-Schwindler nicht nur fremde Milliarden, sondern bei Gelegenheit auch Hotel-Aschenbecher mitgehen ließ. Drei davon waren dabei, darunter einer aus dem edlen Hotel Cipriani in Venedig. Teuerstes Einzelstück wurden Diamant-Ohrringe von Madoffs Frau, die 70 000 Dollar einbrachten. Sie wurden von einem Mann mit russischem Akzent ersteigert, wie die Finanznachrichtenagentur Bloomberg berichtete.

Dagegen fand Madoffs stattliche Rolex-Kollektion aus 17 Luxus- Uhren weniger Zuspruch als gedacht. So kam eine klassische Rolex aus dem Jahr 1931, die auf mehr als 50 000 Dollar geschätzt worden war, nicht einmal auf das Mindestgebot von 35 000 Dollar. Die Perle der Sammlung, eine goldene Rolex Monoblocco, bekam für 65 000 Dollar einen neuen Besitzer und verfehlte damit den Schätzpreis um rund 20.000 Dollar.

Yachten unter den Hammer

Insgesamt standen rund 50 Uhren verschiedener Hersteller zum Verkauf. Die Versteigerung im Ballsaal des New York Sheraton Hotels war die erste in einer Serie von Auktionen. Demnächst sollen unter anderem auch Madoffs Yachten unter den Hammer kommen. Sein Penthouse in Manhattan und das Haus in Florida, für die Millionen verlangt werden, haben bisher noch keinen Käufer gefunden, wie das „Wall Street Journal“ berichtete. Der 71-jährige Madoff war im Sommer zur Höchststrafe von 150 Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Madoff hatte stets behauptet, allein gehandelt zu haben. Doch mit den beiden nun verdächtigten Programmierern würde er bereits mindestens vier Komplizen gehabt haben. Sie sollen seit den frühen 90er Jahren für den Betrüger gearbeitet haben.

Die Programmierer lieferten angeblich das Werkzeug für den bis ins letzte Detail inszenierten Schwindel: Im Zentrum des jahrzehntelangen Betrugs standen unzählige gefälschte Nachweise vermeintlicher Aktiengeschäfte, die in Wirklichkeit nie erfolgten. Auch die Berichte und Auswertungen für die vielen tausend Investoren waren allesamt gefälscht.

 

1
Die Vorgänge seit Dezember 2008

Beobachten Sie die wichtigsten Entwicklungen im Wirtschaftsnachrichten-SMS-Dienst auf Ihrem Handy. (dpa/abendblatt.de)

 

Artikel versenden

Bitte füllen Sie alle mit * gekennzeichneten Felder aus