Preisabsprachen bei Versicherungen
Munich Re soll 15,9 Millionen Euro zahlen
Wegen Preisabsprachen im Baugewerbe hat das spanische Kartellamt sechs Versicherungsgesellschaften zu hohen Geldbußen verurteilt.
Nikolaus von Bomhard ist der Vorstandsvorsitzender der Muechener Rueck-Gruppe.
Foto: AP
Madrid. Wegen Preisabsprachen für Versicherungen im Baugewerbe hat das spanische Kartellamt sechs europäische Versicherungsgesellschaften zu hohen Geldbußen verurteilt. Das Strafmaß beläuft sich auf insgesamt 120,7 Millionen Euro – die bislang höchste Summe in Spanien auf diesem Gebiet, wie am Donnerstagabend in Madrid bekannt wurde. Betroffen ist auch der deutsche Rückversicherer Munich Re, der 15,9 Millionen Euro zahlen soll. Eine Berufung ist möglich.
Dem Kartellamt zufolge sind neben der Munich Re auch die Rückversicherer Swiss Re aus der Schweiz und Scor aus Frankreich betroffen. Ferner wurden die spanischen Versicherer Mapfre, Asefa und Caser belangt. Sie sollen sich zwischen 2002 und 2007 „äußerst grober Verletzungen“ des Wettbewerbsrechts schuldig gemacht haben.
Laut einem spanischen Gesetz von 2002 müssen Wohnungsbauunternehmen eine zehnjährige Versicherung abschließen, um Reparaturarbeiten infolge etwaiger Baumängel abzudecken. Ein Bau-Boom in den folgenden Jahren führte dazu, dass immer mehr Policen notwendig waren und ein Preiskampf unter den Versicherern entbrannte. Daraufhin bildeten die sechs genannten Unternehmen den Wettbewerbshütern zufolge ein Kartell.
Mit den Absprachen konnten sie die Kosten für die Bauherren sehr gering halten. Zugleich blieben auch die fälligen Zahlungen für die Rückversicherer gering. Dadurch erhöhte sich zwar das Risiko, was jedoch durch großen Zulauf wieder ausgeglichen wurde. Gleichzeitig zwangen die Rückversicherer Gesellschaften außerhalb des Kartells dazu, ebenfalls ihre Preisen zu senken. Zuletzt gab es dem Kartellamt zufolge dann nur noch Einheitspreise.





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