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Wirtschaft

Otto Versand

Michael Otto will ethische Fabrik in Bangladesch bauen

Die Versandhandelsgruppe Otto hat den Bau einer Textilfabrik nach sozialen und ökologischen Kriterien in Bangladesch angekündigt.

Der Aufsichtsratsvorsitzende der Otto Group, Michael Otto (l.), und der Friedensnobelpreisträger und Gründer der Grameen Bank, Muhammed Yunus, nach einer Pressekonferenz.
Foto: dpa

Hamburg/Dhaka. Die Versandhandelsgruppe Otto will gemeinsam mit dem Friedensnobelpreisträger Muhammed Yunus in Bangladesch eine Textilfabrik nach sozialen und ökologischen Kriterien bauen. Der Profit soll einer Stiftung zugutekommen, mit der die Lebensumstände der Beschäftigten und die Region gefördert werden sollen, kündigte der Aufsichtsratsvorsitzende Michael Otto an.

Es sei das weltweit erste Projekt dieser Art. Eine solche „Fabrik der Zukunft“ sei ähnlich wie der Fall der Mauer vor 20 Jahren ein Hoffnungszeichen, dass die Mauern zwischen Arm und Reich eines Tages fallen könnten, sagte Yunus. Der Gewinn des Unternehmens werde nicht abgezogen, sondern diene der Stärkung des eigenen Landes.

Die Fabrik in der Hauptstadt Dhaka soll CO2-neutral gebaut werden und umweltfreundlich Textilien wie T-Shirts, Hemden und Blusen für den Export produzieren. Otto werde bis zu zwei Millionen Euro als zinsloses Darlehen investieren und etwa die Hälfte der Produktion vertreiben, sagte Michael Otto weiter.

Die 500 bis 700 Beschäftigten, zumeist Frauen, werden demnach den ortsüblichen Monatslohn von 19 bis 65 Euro erhalten. Dazu seien eine Reihe von Sozialleistungen wie Kindergarten mit Vorschulbildung, gesundes Mittagessen und Fortbildungsangebote geplant. In zwei Jahren werde die Produktion beginnen.

Ziel des Projektes ist nach den Worten Ottos, dass die Menschen ihren Lebensunterhalt selbst verdienten, ohne dass das Unternehmen auf Dauer bezuschusst werden müsse. Statt einer Kapitalrendite werde hier eine „Sozialrendite“ erwirtschaftet. Vorteil für die Otto Group sei, dass sie erstmals selbst Erfahrungen in der Textilproduktion sammeln und ein solches Geschäftsmodell gegebenenfalls auch erweitern könne.

Den Kunden werde eine Textilproduktion ohne Kinderarbeit und Umweltschäden zunehmend wichtiger. Ein Unternehmen werde nur dann dauerhaft erfolgreich sein, wenn es Gewinne erwirtschafte und zugleich seiner gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werde, so Otto weiter.

(EPD/abendblatt.de)

 

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