GM-Europa-Chef Forster verläßt den Konzern. Bundesfinanzminister Schäuble schließt Staatshilfen für GM nicht aus.

Opel-Kundgebung Bochum

Jürgen Rüttgers (CDU), der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, spricht vor Opel-Mitarbeitern. Er wirft dem Mutterkonzern General Motors vor, einen "Chaos-Laden" in Detroit zu betreiben.
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Düsseldorf/Berlin. Bei den Verhandlungen über die Zukunft des angeschlagenen Autobauers Opel wollen sich die vier Bundesländer mit Autowerken nicht vom Mutterkonzern General Motors (GM) gegeneinander ausspielen lassen. Das sei bei einem Treffen der Ministerpräsidenten mit der Bundesregierung in Berlin vereinbart worden, sagte der nordrhein-westfälische Regierungschef Jürgen Rüttgers (CDU) im ZDF. Er warf GM wegen der Kehrtwende beim Opel-Verkauf vor, einen „Chaos-Laden in Detroit“ zu betreiben. Den US-Managern sei offenbar klargeworden, dass sie die guten Autos von Opel bräuchten.

Bei den betroffenen Ländern handelt es sich neben Nordrhein-Westfalen um Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen. Alle vier Regierungen wollen die Schließung der Werke Bochum, Rüsselsheim, Kaiserslautern und Eisenach verhindern. Rüttgers äußerte Verständnis, dass die Opel-Beschäftigten ihre finanziellen Angebote für eine Sanierung mit Magna jetzt zurückgezogen haben. „Diese Angebote sind weg, weil man so mit den Mitarbeitern nicht umgehen kann“, sagte Rüttgers. „Die haben einfach die Schnauze voll, alle paar Tage was Neues aus Detroit zu hören.“

Unterdessen geht die Diskussion über staatliche Hilfen für GM weiter. Dies könne nach den Worten von Rüttgers nur diskutiert werden, wenn ein „vernünftiges und schlüssiges Konzept“ für Opel vorliegt. Entscheidend sei die langfristige Standortsicherung, der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen sowie ein sozialverträglicher Stellenabbau. Auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble schließt staatliche Hilfen für GM bei der Sanierung von Opel nicht aus. Der Hannoverschen „Neuen Presse“ sagte er: „Die Verantwortung für die Menschen und die Region kann der Staat nicht für erledigt erklären.“ Man werde sich mit den Ländern um Hilfe und Lösungen für die Betroffenen bemühen.

GM könnte nach eigenen Angaben einen Teil der US-Staatshilfen in Höhe von 50 Milliarden Dollar für die Opel-Sanierung verwenden. Die Geschäftsleitung bevorzugt aber Kredite von europäischen Regierungen. Außerdem könnte Opel für die Sanierung auch selbst aufkommen und weniger Lizenzgebühren für GM-Technik zahlen, wie Konzernchef Fritz Henderson sagte.

Nach dem Stopp des Opel-Verkaufs verlässt der Europachef von General Motors, Carl-Peter Forster, nach Informationen des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ das Unternehmen. Der Manager soll von Nick Reilly abgelöst werden, wie das Blatt in einer Vorabmeldung schrieb. Der Brite ist Chef der internationalen Geschäfte bei GM. Die GM-Europazentrale in Zürich lehnte einen Kommentar ab. Das „Handelsblatt“ berichtete dagegen, der GM-Chefunterhändler für Opel John Smith solle Forster folgen.

Forster wurde 2001 Chef bei der Adam Opel GmbH und verantwortete damals den Umbau des Unternehmens. Im Juni 2004 wurde er Chef von GM-Europe. Er befürwortete den Verkauf von Opel an ein Konsortium aus Magna International und der Sberbank und kritisierte in den vergangenen Tagen den GM-Verwaltungsrat, der den Kauf überraschend stoppte.

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AP/dpa/abendblatt.de