Dienstag, 29. Mai 2012, 12:21

Abendblatt als Startseite | Aboservice | E-Paper

www.abendblatt.de

  • E-Mail
  • Singles
  • Branchenbuch
  • Jobs Hamburg
  • Immobilien Hamburg
  • Kleinanzeigen
  • Info
  • Rechner
  • Ticket kaufen
  • studiVZ
  • meinVZ
Magazin Hafen Magazin Senioren

Wirtschaft

Finanzbetrüger Bernard Madoff

Madoff-Treuhänder verklagt Familienmitglieder

Jetzt sollen die Söhne des US-Milliardenbetrügers Bernard Madoff Millionensummen zurückzahlen, die sie von ihrem Vater erhalten hatten.

Bernard Madoff (M.) verlässt das Bezirksgericht in New York (Foto vom März). Mittlerweile wurde er zu 150 Jahren Gefängnis verurteilt.
Foto: AP

New York. Der Treuhänder, der die Firma des New Yorker Milliarden-Betrügers Bernard Madoff abwickelt, will bei dessen Familienmitgliedern fast 200 Millionen Dollar holen. Er wirft ihnen in einer am Freitag veröffentlichten Klage vor, das Geld unrechtmäßig aus Madoffs Betrügereien erhalten zu haben. Es geht um Madoffs Bruder Peter, seine Söhne Mark und Andrew und seine Nichte Shana. Sie alle hatten im legalen Teil des Madoff-Unternehmens, dem Aktienhandel, gearbeitet. Sein milliardenschweres Schneeball-System ließ Bernard Madoff über einen separaten Investment-Arm laufen, er beteuerte mehrfach, dabei allein gehandelt zu haben.

Der Treuhänder Irving Picard, dessen Aufgabe es ist, Geld für geschädigte Investoren zu sammeln, macht nun geltend, zur Bezahlung der Manager im Aktienhandel seien auch Gelder aus dem Milliardenbetrug geflossen. Insgesamt will er 198 Millionen Dollar zurück, von denen 141 Millionen angeblich in den sechs Monaten vor Madoffs Enttarnung geflossen seien. So habe Peter Madoff, der bei der Aktienhandelsfirma die Einhaltung der Vorschriften überwachen sollte, unrechtmäßig mehr als 60 Millionen Dollar erhalten, lautet der Vorwurf des Treuhänders. Unter anderem seien für ihn Immobilien in Manhattan und in Florida aus Kundengeldern bezahlt worden.

Den Madoff-Söhnen Mark und Andrew wirft Picard vor, jeweils 66,9 und 60,6 Millionen Dollar unrechtmäßig bekommen zu haben. Er behauptet in der Klage auch, die Gelder seien zum Teil durch fingierte Transaktionen geflossen. Mark und Andrew Madoff hatten im Dezember ihren Vater bei den Behörden angezeigt, nachdem er ihnen den Milliardenbetrug gestanden hatte. Ihr Anwalt betont, die Brüder hätten zuvor nichts von dem Schneeball-System gewusst. Das sagte mehrfach auch der Anwalt von Peter Madoff.

Bernard Madoff hatte in seinem Schneeball-System die hohen Zinsen früher Investoren mit den Geldern späterer Anleger bezahlt und sich selbst einen luxuriösen Lebensstil geleistet. Er war zur Höchststrafe von 150 Jahren verurteilt worden. Picard fordert von Investoren, die von Madoffs Betrug profitiert hätten, insgesamt 15 Milliarden Dollar zurück. Allein von dem Investor Jeffry Picower will er 7,2 Milliarden Dollar haben. Dessen Anwälte weisen die Vorwürfe zurück. Bei der Erhöhung der Forderungen gegen Picower um zwei Milliarden Dollar am Freitag hatte der Treuhänder auch die Klage gegen die Madoff-Familienmitglieder angekündigt.

(dpa/abendblatt.de)

 

Artikel versenden

Bitte füllen Sie alle mit * gekennzeichneten Felder aus