Konjunkturprognose des IWF
IWF sieht weltweite Rezession auslaufen
Auch Deutschland wird dem Internationalen Währungsfonds zufolge schneller als erwartet die tiefe Rezession überwinden.
Der IWF-Vorstand präsentiert seine Prognosen für die Weltwirtschaft in Istanbul.
Foto: dpa
Istanbul. In seiner neuen, am Donnerstag veröffentlichten Prognose äußerte sich der Internationale Währungsfonds (IWF) für die überwiegende Zahl der Länder und insbesondere die starken Wirtschaftsnationen erheblich zuversichtlicher als noch zur Mitte des Jahres. „Die globale Wirtschaft scheint wieder zu wachsen“, hieß es in der IWF-Studie. Die Rezession laufe aus. Allerdings werde der folgende Aufschwung schwach ausfallen und von vielen Risiken begleitet sein.
Für die Weltwirtschaft sagt der IWF inzwischen im laufenden Jahr nur noch eine Schrumpfung ihrer Leistung von 1,1 Prozent voraus. Diese sollte im nächsten Jahr von einem kräftigen Wachstum von 3,1 Prozent abgelöst werden. Diese Zahlen fallen mit 0,3 Prozentpunkten in diesem Jahr und 0,6 Prozentpunkten im nächsten Jahr deutlich positiver aus als noch im Juli. Um jeweils knapp einem Prozentpunkt günstiger sind sogar die neuen Prognosen des Fonds für Deutschland. Das Minus werde 2009 dennoch mit 5,3 Prozent weiter eines der höchsten unter den etablierten Industrieländern sein. Für das kommende Jahr erwartet der Fonds aber nicht mehr ein Minus von 0,6 Prozent, sondern ein Plus von 0,3 Prozent.
Die Wirtschaftsleistung der USA, lange die Wachstumslokomotive der Weltwirtschaft, wird nach der neuen IWF-Prognose um 2,7 Prozent in diesem Jahr einbrechen, im nächsten Jahr aber mit 1,5 Prozent wieder auf Wachstumskurs liegen. In der Euro-Zone sollte der Einbruch 4,2 Prozent im laufenden Jahr erreichen. Doch wie in Deutschland werde auch hier 2010 ein Mini-Wachstum von 0,3 Prozent zu verzeichnen sein. Der größte Wachstumsimpuls für die globale Wirtschaft dürfte dem Fonds zufolge im laufenden Jahr mit einem Zuwachs von 8,5 Prozent und im nächsten Jahr mit einem Plus von neun Prozent erneut aus China kommen.
„Selbstgefälligkeit sollte vermieden werden“
In seiner Analyse unterstreicht der Fonds aber, dass die Rückkehr zum Wachstum weithin durch Sonderentwicklungen, wie die Krisen-Hilfepakete vieler Länder und die lockere Geldpolitik, bedingt ist. Dadurch sei es gelungen, Unsicherheiten in der Wirtschaft zu bekämpfen und dem Vertrauensverlust auf den Finanzmärkten entgegenzuwirken. „Selbstgefälligkeit sollte vermieden werden“, warnte der Fonds aber. Und auch wenn die Weltwirtschaft, in unterschiedlicher Geschwindigkeit, zurück auf einen Wachstumskurs steuere, werde der Arbeitsmarkt davon in naher Zukunft zunächst nur wenig spüren.
Risiken blieben noch etliche. Ein besonders wichtiges sei die Gefahr, dass die private Nachfrage in vielen Industrieländern weiterhin schwach bleibe. Dass könnte Länder in Zielkonflikte zwischen weiteren Konjunkturhilfen und Schuldenrückführung bringen. Für einen Kurswechsel weg von den teuren Krisenprogrammen sei es jedenfalls noch zu früh. Die sollten erst greifen, wenn der Aufschwung auf stabileren Beinen stehe.
Auch die Bestimmung des Zeitpunkts für ein Umsteuern in der Geldpolitik sei eine große Herausforderung. In den meisten Industrieländern sollte an der lockeren Geldpolitik angesichts niedriger Inflationsraten zunächst noch festgehalten werden. In vielen Schwellenländern dagegen könnte der Zeitpunkt für einen geldpolitischen Kurswechsel schneller kommen.





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