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Wirtschaft

Anuga: Weltgrößte Ernährungsmesse vor dem Start

Branche will Talfahrt der Lebensmittelpreise stoppen

Industrie sieht keinen Spielraum mehr für Nachlässe. Vor allem Discounter profitieren von Preissenkungen.

Köln/Hamburg. Über Monate durften sich die Kunden in deutschen Supermärkten über sinkende Preise für Lebensmittel freuen. Doch damit dürfte es schon bald vorbei sein. Die Ernährungsindustrie habe alle "Möglichkeiten ausgereizt", sagte Sabine Eichner Lisboa vom Bundesverband der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) im Vorfeld der weltgrößten Nahrungsmittelmesse Anuga, die vom 10. bis 14. Oktober in Köln stattfindet.

Derzeit läuft bei den Einzelhändlern die neunte Preissenkungswelle 2009. Im September mussten die Kunden für Lebensmittel rund drei Prozent weniger Geld auf die Ladentheke legen als noch ein Jahr zuvor. In der Regel gehen die Preissenkungen von den Discountern aus, die Konkurrenz zieht dann nach. Von dem starken Preiswettbewerb profitierten insbesondere Aldi und Co. Schon im vergangenen Jahr vergrößerten die Discounter ihren Marktanteil auf fast 42 Prozent.

Die Ernährungsindustrie - viertgrößter Industriezweig in Deutschland - musste in den ersten sieben Monaten zwar ein nominales Umsatzminus von vier Prozent auf 85,7 Milliarden Euro verdauen. Preisbereinigt bleibe die Branche fast stabil mit minus 0,3 Prozent und erweise sich als Konjunktur-Anker, so Eichner Lisboa. Die Branche blicke daher mit "guter Grundstimmung" nach vorn: "Wir sind im Vergleich zu anderen Wirtschaftszweigen ganz ordentlich aufgestellt." Der Export, seit Jahren Wachstumsmotor, schwächelt derzeit allerdings leicht: Mit Ausfuhren im Wert von 21,5 Milliarden Euro in den ersten sieben Monaten 2009 kam es zu einem Minus von fünf Prozent. Auch hier sei der Preisverfall die Ursache gewesen.

Bei der Anuga mit 6500 Anbietern aus 97 Ländern stehen angesichts vieler übergewichtiger Menschen kalorienreduzierte Produkte wie Anti-Fat-Food, aber auch Bio-Speisen oder vegetarische Speisen im Fokus. Außerdem reagiert die Branche auf eine wachsende Zahl von Senioren und Single-Haushalten: Die Packungen werden kleiner und Anti-Aging-Produkte sollen den Appetit wecken.

 

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