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Wirtschaft

Glücksspiel: Zwei Gewinner beim Jackpot

Tipp24 - der Verlierer des Lottorausches

Hamburger Firma muss 31,7 Millionen Euro an Internet-Spieler auszahlen. Jahresgewinn sinkt um zehn Millionen.

Ein Lottspieler versucht sein Glück.
Foto: dpa/DPA

Hamburg. Beim Lotto-Jackpot gibt es diese Woche gleich zwei Hauptgewinner - und einen großen Verlierer. Während ein Gewinn in Höhe von 31,7 Millionen Euro nach Bayern geht und vom Toto- und Lottoblock ausgezahlt wird, kann sich noch ein weiterer 33-jähriger Gewinner mit unbekannter Nationalität über die gleiche Summe freuen. Dafür muss allerdings die Hamburger Firma Tipp24 aufkommen, was deren Jahresgewinn kräftig verhagelt.

 

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Die britische Tipp24-Tochter MyLotto24 bietet im Internet eine Zweitlotterie an, die das deutsche Lotto 6 aus 49 nachbildet. Schätzungen gehen davon aus, dass die Tochter MyLotto24 zwei Millionen Kunden hat. Dabei gelten die gleichen Gewinnquoten wie beim deutschen Toto- und Lottoblock. "Die Einnahmen reichen in der Regel aus, um die Gewinne auszuzahlen", sagt Kerstin Mork von Tipp24.

Doch diesmal hatte das Unternehmen erstmals richtig Pech gehabt. Um den Gewinn auszuzahlen, muss Tipp24 tief in die eigene Firmentasche greifen. Der operative Gewinn wird dadurch 2009 mit 30 Millionen Euro um ein Viertel geringer ausfallen als bislang geplant, teilte das börsennotierte Unternehmen mit und gab gestern eine entsprechende Gewinnwarnung heraus. "Weitere Auswirkungen auf das Unternehmen gibt es nicht, denn wir sichern uns gegen solche Ereignisse auch ab", sagte Mork.

Zwei Drittel des Gewinns seien bei einer Versicherung abgesichert, sodass das Unternehmen in dem aktuellen Fall für den Gewinner zehn Millionen Euro selbst aufbringen muss. Die Aktie von Tipp24 stürzte ab, erholte sich leicht und schloss mit 23,60 Euro - ein Minus von 7,6 Prozent. "Der Kurssturz ist völlig übertrieben", sagte Tim Kruse von SES Research in Hamburg. "Die Ausschüttung stärkt die Glaubwürdigkeit des Unternehmens und wird weitere Spieler anziehen", sagte Kruse. SES Research stufte die Aktie auf Kaufen mit einem Kursziel von 27 Euro.

Seit 2009 gilt in Deutschland ein generelles Verbot von Lotto im Internet. Wer seine Scheine bei Anbietern wie Tipp24 ausfüllt, muss deshalb versichern, dass er sich bei der Abgabe außerhalb von Deutschland aufgehalten hat. Obwohl eine Beteiligung an unerlaubtem Glücksspiel mit bis zu sechs Monaten Freiheitsentzug bestraft werden kann, halten Rechtsexperten eine Strafverfolgung für fast ausgeschlossen. Einen Anspruch auf den Gewinn gibt es bei diesen Privatlotterien jedoch nicht. Wenn der Anbieter nicht zahlen kann, geht der Spieler leer aus.

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