OECD Industriestaaten müssen sich Billionensumme leihen


Symbolische Schuldscheine sind zu einem Berg angehäuft: Der wird weltweit immer größer

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Symbolische Schuldscheine sind zu einem Berg angehäuft: Der wird weltweit immer größer

Die Industriestaaten brauchen in diesem Jahr laut OECD Kredite in Billionenhöhe. Die Organisation fürchtet das harte Urteil der Ratingagenturen. Nur wenige Länder häufen keine neuen Schulden an.

Die 34 OECD-Länder müssen sich in diesem Jahr 10,9 Billionen Dollar (8,3 Billionen Euro) an neuen Krediten besorgen. Das seien noch einmal 100 Milliarden Dollar mehr als 2012, teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) mit.

Dagegen mache der Abbau der Neuverschuldung in den Industriestaaten leichte Fortschritte. Deren Staatsdefizit werde auf durchschnittlich 4,6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes fallen, was 2,0 Billionen Dollar entspreche. 2012 waren es noch 5,5 Prozent oder 2,3 Billionen Dollar.

Dennoch befürchtet die OECD, dass die Ratingagenturen vielen Ländern mit der Herbstufung ihrer Kreditwürdigkeit drohen werden. Weil aber die Bonitätswächter in den vergangenen 20 Jahren mit ihren Urteilen häufige daneben gelegen hätten, sollten "alle Herabstufungen sorgfältig geprüft und nicht für bare Münze genommen werden".

Schuldenberg wird größer

Auch der Schuldenberg der Industrienationen wächst weiter. Er werde in diesem Jahr etwa 111,4 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung entsprechen.

"Die gute Nachricht ist, dass der Schuldenberg deutlich langsamer wächst", schrieb die OECD. 2008/09 habe er noch um 11,5 Prozent zugelegt, 2013/14 dagegen nur noch um 1,1 Prozent.

Deutschland gehört zu den wenigen OECD-Staaten, die im vergangenen Jahr keine neue Schulden anhäuften. Der Überschuss betrug rund vier Milliarden Euro oder 0,2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Für dieses Jahr erwartet die EU-Kommission allerdings wieder ein Defizit von 0,5 Prozent.