27.02.13

Konsumklima

Kaufen, kaufen! Nur nicht Geld zur Bank bringen

Die Deutschen kaufen lieber Wertgegenstände als Geld zu niedrigen Zinsen anzulegen. Das GfK-Konsumklima steigt auf den höchsten Stand seit November 2012. Doch ein Unsicherheitsfaktor bleibt.

Foto: dpa

Mit Einkaufstüten geht ein Mann durch die Innenstadt in München: Die Deutschen sind wieder konsumfreudiger
Mit Einkaufstüten geht ein Mann durch die Innenstadt in München: Die Deutschen sind wieder konsumfreudiger

Die Verbraucher in Deutschland blicken angesichts der besseren Konjunkturaussichten optimistisch in die Zukunft. Das Konsumklima dürfte sich auch im März aufhellen, teilte die Nürnberger GfK zu ihrer Umfrage unter 2000 Verbrauchern mit.

Die Forscher sagen einen Anstieg des Barometers um 0,1 auf 5,9 Punkte vorher – das ist der höchste Stand seit November 2012. Die Konsumenten gingen davon aus, dass die Wirtschaft in den kommenden Monaten anziehen werde, schrieben die Experten. "Unter diesen Voraussetzungen bestehen gute Chancen, dass der Konsum auch 2013 zu einer wichtigen Säule der Konjunktur wird."

Die GfK rechnet mit einem Anstieg des privaten Verbrauchs um ein Prozent, die Wirtschaftsleistung insgesamt dürfte mit 0,8 Prozent weniger stark zulegen. "Damit dürfte der Konsum einen überdurchschnittlichen Beitrag zur Konjunkturentwicklung leisten", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl.

Ein Unsicherheitsfaktor bleibe jedoch die Schuldenkrise in Europa, die sich nach der Protestwahl in Italien wieder verschärfen könnte. "Negative Auswirkungen auf die Verbraucherstimmung sind nicht ausgeschlossen", sagte Bürkl. Auswirkungen könnten sich im Konsumklima für April zeigen.

Wendepunkt bei Konjunkturaussichten

Zuletzt signalisierten aber auch andere Frühindikatoren eine Konjunkturbelebung. So hellte sich die Stimmung in den Chefetagen der Unternehmen im Februar den vierten Monat in Folge auf und ist nun so gut wie seit zehn Monaten nicht mehr.

Es sehe so aus, als ob ein Wendepunkt bei den Konjunkturaussichten erreicht sei, sagte Bürkl. Das Barometer stieg im Februar um 8,8 Punkte auf minus 2,5 Zähler.

Dabei spiele die vergleichsweise gute Lage am Arbeitsmarkt eine Rolle: Die Arbeitslosigkeit ist zwar derzeit so hoch wie seit zwei Jahren nicht mehr, dabei spielen aber vor allem saisonale Effekte eine Rolle. Von Reuters befragte Analysten gehen davon aus, dass im Februar ungefähr 3,2 Millionen Menschen ohne festen Job waren, nach 3,138 Millionen im Januar.

Sparquote sinkt

Allerdings habe sich in den Januar-Zahlen der kalte Winter nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit noch nicht widergespiegelt, das dürfte im Februar nachgeholt werden. Die Einkommenserwartung der Verbraucher gab um 4,2 Punkte nach, lag mit 31,8 Zählern aber weiter auf einem hohen Niveau.

Beflügelt werde der private Konsum zudem von den niedrigen Bankzinsen, sagte Bürkl: Weil die Verbraucher nach wie vor skeptisch seien, was die Stabilität des Euro angehe, investierten sie ihre finanziellen Mittel tendenziell eher in werthaltige Anschaffungen als sie gegen historisch niedrige Zinsen auf die Bank zu legen.

Die Sparquote sank zum Jahresende 2012 auf den niedrigsten Stand seit zehn Jahren. Das Barometer für die Anschaffungsneigung stieg um 1,7 auf 37 Zähler und damit den höchsten Wert seit März 2012.

Reuters/cat
Foto: Infografik Die Welt

Ein akademischer Abschluss, ein großes Unternehmen, die richtige Branche und der richtige Ort – beim Gehalt kommt es auf viele verschiedene Faktoren an.

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Tarifrunden 2013
  • METALL- UND ELEKTROINDUSTRIE

    Erste IG-Metall-Bezirke haben die bis Ende April laufenden Verträge bereits gekündigt. Die Verhandlungen beginnen in der zweiten Märzhälfte. Der Gewerkschaftsvorstand will am 15. März in Frankfurt abschließend über die Forderungen entscheiden. Die Branche hat nach Angaben des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall rund 3,7 Millionen Beschäftigte. Das WSI-Tarifarchiv nennt etwa 3,4 Millionen Beschäftigte (Stand September 2012).

  • BAUHAUPTGEWERBE

    Die Verhandlung für die nach übereinstimmenden Gewerkschafts- und Arbeitgeberangaben etwa 750.000 Beschäftigten beginnen am 20. Februar in Wiesbaden.

  • DEUTSCHE BAHN

    Der Tarifvertrag für die DB lief Ende 2012 aus. Verhandelt wird nach Angaben der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) voraussichtlich ab Ende Januar für rund 130.000 Beschäftigte, der Arbeitgeberverband BDA nennt 135.000 Beschäftigte. Die EVG verhandelt nach eigenen Angaben auch für 20.000 Beschäftigte bei den Bahnen im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) mit. Deren Vertrag läuft Ende Januar aus.

  • VOLKSWAGEN

    Die IG Metall hat die Tarifverträge für die Beschäftigten der westdeutschen VW-Werke und der VW-Finanztochter zu Ende Juni gekündigt (Gewerkschaft: 102.000 Beschäftigte, BDA: 100 .000). Die Verhandlungen sollen im Mai beginnen.

  • VERSICHERUNGSGEWERBE

    Kündigungstermin Ende März (WSI: etwa 173.000 Beschäftigte im Innendienst, BDA: 160.000).

  • DEUTSCHE POST

    Kündigungstermin Ende März (WSI: etwa 128.000 Beschäftigte, BDA: 130.000).

  • EISEN- UND STAHLINDUSTRIE

    Hier laufen Ende Februar die Tarifverträge in Niedersachsen, Bremen, Nordrhein-Westfalen und im Tarifgebiet Ost (WSI: etwa 100.000 Beschäftigte; BDA: 93.000) aus, im Saarland Ende Mai (WSI: etwa 12.000 Beschäftigte, BDA: 15.000).

  • ZEITARBEIT

    Kündigungstermine sind Ende Oktober. Die DGB-Tarifgemeinschaft verhandelt mit dem Bundesverband Zeitarbeit Personal-Dienstleistungen (BZA) und dem Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ). Die Branche hatte laut Bundesagentur für Arbeit im Herbst 2012 knapp unter 800.000 Beschäftigte.

  • DRUCKINDUSTRIE

    Kündigungstermin Ende Dezember (WSI: etwa 156.000 Beschäftigte, Bundesverband Druck und Medien: etwa 155.000).

  • CHEMISCHE INDUSTRIE

    Hier laufen Ende 2013/Anfang 2014 die Verträge für mehr als 500.000 Beschäftigte aus.

    Quelle: dpa, WSI-Tarifarchiv der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung

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