27.02.13

Verbraucherklage

Anheuser-Busch soll Bier mit Wasser gestreckt haben

Verbraucher in den USA haben eine Klage gegen Anheuser-Busch eingereicht. Der Vorwurf: Der weltgrößte Brauereikonzern soll alkoholische Getränke wie etwa das Budweiser-Bier verdünnt haben.

Foto: AP/dpa

Bud Light Bier: Hersteller Anheuser-Busch wird vorgeworfen, es mit Wasser gemischt zu haben
Bud Light Bier: Hersteller Anheuser-Busch wird vorgeworfen, es mit Wasser gemischt zu haben

Die Hiobsbotschaften in der Lebensmittelindustrie nehmen kein Ende. Nach den Skandalen um nicht deklariertes Pferdefleisch in Fertiggerichten und als Bioware verkauften Käfig-Eiern gibt es nun Pansch-Vorwürfe gegen Bierbrauer.

Der weltgrößte Bierhersteller Anheuser-Busch Inbev soll in den USA unter anderem sein Premium-Bier Budweiser mit Wasser verdünnt haben, um mehr zu verdienen.

Verbraucher haben deswegen bei einem Bundesgericht in San Francisco Klage gegen den Konzern eingereicht. In Deutschland verkauft Anheuser-Busch Beck's, Hasseröder und Franziskaner. Das Unternehmen weist alle Vorwürfe als haltlos zurück. Sie seien "falsch und grundlos", sagte der zuständige Manager Peter Kremer.

Die Anwälte der Kläger werfen Anheuser-Busch Inbev vor, auf den Etiketten von insgesamt zehn Getränke-Marken einen falschen Alkoholgehalt ausgewiesen zu haben – darunter neben Bud auch auf den Flaschen von Bud Light, Bud Ice und Michelob. Der Hinweis auf den Etikettenschwindel stamme von ehemaligen Angestellten des Konzerns in den Vereinigten Staaten.

Kläger fordern Entschädigung

Zudem hätten einige hochrangige Mitarbeiter bestätigt, dass es zur Unternehmenspolitik von Anheuser-Busch Inbev gehöre, Premiummarken mit Wasser zu verlängern. "Ich fühle mich betrogen. Egal welches Produkt – man sollte sich auf die Informationen auf dem Etikett verlassen können", zitiert die Anwaltskanzlei Mills Law die von ihr vertreten Klägerin Nina Giampoli in einer Mitteilung.

Die Kläger fordern nun eine Entschädigung für alle Biertrinker in den USA, die in den vergangenen fünf Jahren Budweiser gekauft haben. Über die Höhe der Forderungen wurde bislang nichts bekannt.

In der Branche ist die Verwunderung groß. Denn Anheuser-Busch Inbev gilt als besonders rechtstreu. Biermarktexperten geben sich entsprechend zurückhalten. "Vielleicht handelt es sich um Fehlinterpretationen", sagt ein Brauereitechniker.

Denn es sei nicht ungewöhnlich, dass Bier mit einer deutlich höheren Stammwürze gebraut und anschließend vor der Filterung mit Wasser wieder verdünnt wird. "Dieses High Gravity-Verfahren spart sowohl bei der Lagerung als auch bei der Gärung Tankkapazitäten in erheblichem Umfang." Die Qualität des Bieres werde dadurch aber nicht schlechter.

Gewinn um 25 Prozent gesteigert

Die Klage platzt mitten in die Jubelstimmung nach guten Zahlen im Geschäftsjahr 2012. Der Brauerei-Riese, der 2008 durch die 52 Milliarden Dollar teure Übernahme des US-Marktführers Anheuser-Busch durch den belgisch-brasilianischen Konkurrenten Inbev entstanden ist, meldet ein Umsatzplus von zwei Prozent auf 39,8 Milliarden Dollar.

Unter dem Strich stand ein Gewinn in Höhe von 7,2 Milliarden Dollar. Das sind rund 25 Prozent mehr als im Vorjahr.

Die USA sind einer der wichtigsten Absatzmärkte für Anheuser-Busch Inbev. Aktuell kämpft der Konzern gegen den Widerstand der US-Behörden bei der geplanten Übernahme des mexikanischen Corona-Produzenten Modelo.

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