22.02.13

Letztes Geleit Milliardär Beisheim am Tegernsee beerdigt

Trauerfeier Unternehmer Otto Beisheim

Foto: dpa/pa

Die Gebirgsschützen standen Spalier, Blasmusik wurde gespielt – und es gab Salutschüsse für den Ehrenoffizier.

Rottach-Egern. Letztes Geleit für den Milliardär Otto Beisheim: Der Mitbegründer des größten deutschen Handelskonzerns Metro ist am Freitag in seiner oberbayerischen Heimat am Tegernsee beerdigt worden. An die 200 Trauergäste nahmen an einem ökumenischen Gottesdienst in der katholischen Pfarrkirche in Rottach-Egern teil. Neben Gebeten hielten Erich Greipl von der Otto-Beisheim-Stiftung und Gebirgsschützenhauptmann Florian Baier Ansprachen. Beisheim war Ehrenoffizier der Kompanie Tegernsee. Unheilbar krank, hatte sich der 89-Jährige am Montag in seinem Haus am Tegernsee das Leben genommen.

Zu den Trauergästen gehörten neben Beisheims Lebensgefährtin Lise Evers der Metro-Aufsichtsratschef Franz Markus Haniel und Mitglieder des Vorstands. Auch zahlreiche Kommunalpolitiker der Region und der ehemalige bayerische Wirtschaftsminister Otto Wiesheu (CSU) – er gehört den Gebirgsschützen an – nahmen an der alpenländisch geprägten Beerdigung teil.

Nach dem mit Blasmusik umrahmten Gottesdienst zog die Trauergemeinde zum Friedhof, wo die Gebirgsschützen Beisheim mit einem dreifachen Salut die letzte Ehre erwiesen. Danach wurde der Sarg mit den sterblichen Überresten des Unternehmers in der Gebirgsschützenmontur unter Trommelwirbel neben seiner 1999 gestorbenen Ehefrau ins offene Grab gesenkt. Sechs Schützen hatten schon zuvor in der Aussegnungshalle die Totenwache für ihr Mitglied gehalten.

Mit der Einführung des Supermarkt-Prinzips Cash & Carry (C&C) auch im Großhandel war Beisheim zu einem der reichsten Männer Europas geworden. 1964 gründete er den ersten deutschen C&C-Markt. Sechs Jahre später machte seine Unternehmensgruppe bereits eine Milliarde D-Mark Umsatz. Als langjähriger geschäftsführender Gesellschafter der Metro SB Großmärkte und später Verwaltungsratschef der Metro Holding im Schweizer Kanton Zug trug er maßgeblich zur Expansion des Konzerns bei. Nach der Übernahme der Kaufhäuser Kaufhof und Horten ging die Metro AG 1996 an die Börse. Beisheim hielt zuletzt zehn Prozent der Aktien.