20.02.13

Bundesweit

Große Warnstreik-Welle im öffentlichen Dienst geht weiter

Auch am Mittwoch gab es Arbeitsniederlegungen: in Krankenhäusern, an Gerichten, im Straßendienst. Arbeitskampf soll weitergehen.

Foto: dpa
Warnstreiks im öffentlichen Dienst
Warnstreiks im Öffentlichen Dienst

Die Warnstreiks im öffentlichen Dienst sind am Mittwoch in mehreren Bundesländern fortgesetzt worden.

Geplant sind auch Aktionen in Bremen und Niedersachsen sowie im Saarland. In Baden-Württemberg soll es Arbeitsniederlegungen in Universitäten, Museen und im Statistischen Landesamt geben.

Verdi-Chef Frank Bsirske erwartet, dass die am Montag gestarteten Arbeitskampfmaßnahmen deutlich zu spüren sein werden. Den Arbeitgebern warf er in der "Passauer Neuen Presse" (Mittwoch) vor, sich keinen Millimeter bewegt zu haben. "Wir sind nicht bereit, diese Verzögerungstaktik der Länder hinzunehmen Wir haben alle Möglichkeiten, den Druck weiter zu erhöhen", warnte Bsirske.

Die Gewerkschaften fordern für die etwa 800 000 Landesangestellten unter anderem 6,5 Prozent mehr Geld, neue Urlaubsregelungen und eine Übernahmegarantie für Auszubildende. Ein Angebot der Länder gibt es bislang nicht. Die Verhandlungen sollen am 7. und 8. März in Potsdam in zweiter Runde fortgesetzt werden.

In Nordrhein-Westfalen legten Krankenpfleger, OP-Schwestern, Küchen- und Reinigungskräfte an den sechs Universitätskliniken die Arbeit nieder. Besonders spürbar war das für die Patienten der Uniklinik in Köln, weil Pfleger in der Anästhesie in den Ausstand traten. "Etwa die Hälfte der geplanten Operationen konnte heute nicht stattfinden und musste verschoben werden", sagte der Kliniksprecher.

Auch an Gerichten, Finanzämtern und Universitäten gab es Arbeitsniederlegungen.

In Sachsen-Anhalt beteiligten sich Beschäftigte an 70 Schulen, zwei Hochschulen und sechs Landesämtern an dem Ausstand. Geplant waren auch Aktionen in Bremen und Niedersachsen sowie im Saarland.

Warnstreiks gab es auch an Psychiatriezentren in Baden-Württemberg. In Stuttgart waren die Universitäten, die Landesbibliothek und der botanische Garten, die Staatsgalerie und das Statistische Landesamt betroffen.

In Kliniken, Hochschulen, Straßen- und Autobahnmeistereien, Theatern und in einer Vielzahl von Ämtern wollen die Beschäftigten in Bayern am Donnerstag (21. Februar) ihre Arbeit niederlegen. Betroffen sind weite Teile Bayerns: die Regionen Augsburg, Mittelfranken, München, Oberpfalz, Rosenheim und Würzburg. Rund 1000 Beschäftigte wollen sich nach Gewerkschaftsangaben an dem Ausstand beteiligen.

Patienten oder Autofahrer müssten aber keine Einschränkungen fürchten, versicherte der stellvertretende Landesbezirksleiter Norbert Flach. So werde man bei winterlichen Straßenverhältnissen flexibel reagieren.

Am Mittwoch legten Mitarbeiter von vier Straßenmeistereien in Niederbayern vorübergehend die Arbeit nieder. 50 Beschäftigte hätten sich am Ausstand beteiligt, wie Verdi mitteilte. Verkehrsbehinderungen seien keine gemeldet worden.

(dpa)
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