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Wirtschaft

Blohm + Voss:

Bundeswehrauftrag soll Werft-Verkauf verhindern

Wirtschaft und Politik suchen nach Lösung. Werft benötigt Aufträge.

Blick auf die Dockarbeiten für die Verlängerung des Luxusliners „Norwegian Crown“ im November 2007 bei Blohm + Voss. Das 188 Meter lange Schiff wurde durchgeteilt und mit einem 30,20 Meter langen Mittelstück versehen. Die „Norwegian Crown“ hatte 1988 die Papenburger Meyer Werft für Royal Caribbean Cruise gebaut.
Foto: picture-alliance/ dpa/dpa

Hamburg. Die Pläne für einen Verkauf der ThyssenKrupp-Tochter Blohm + Voss (wir berichteten) werden zu einem Fall für die Bundesregierung. Für den Erhalt der Hamburger Traditionswerft im Thyssen Krupp-Konzern und damit den Erhalt aller drei Werftstandorte in der Hansestadt, in Kiel und in Emden könnte sich so eine Lösung abzeichnen. Nach Abendblatt-Informationen laufen intensive Bemühungen, einen Marineauftrag für Blohm + Voss, der eigentlich erst für das Jahr 2015 geplant war, um fünf Jahre vorzuziehen und so die Werften auszulasten. Es geht um den Bau von neuen Korvetten für die Bundeswehr. Unterstützung für Blohm + Voss kommt auch von Hamburgs Wirtschaftssenator Axel Gedaschko (CDU): „Hamburg lebt von den Stärken des maritimen Bereichs. Kernpunkt ist der Schiffsneubau. Wir haben mit ThyssenKrupp Kontakt aufgenommen.“

 

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Historischer Hintergrund

Ein zentrales Problem ist, berichten Insider, dass Aufträge im – angeblich ohnehin nicht wirtschaftlich arbeitenden – Yachtenbereich aufgrund der Wirtschaftskrise fehlen. Von 2012 an ist durch einen Großauftrag der Bundeswehr die Auslastung der Werft aber zumindest für fünf Jahre wieder sichergestellt: Dann startet der Bau von vier Korvetten.

Es geht also darum, vor allem die kommenden zwei Jahre zu überbrücken. In Gesprächen mit den zuständigen Ministerien wird derzeit ausgelotet, den Bau von drei der Marineschiffe um fünf Jahre vorzuziehen. Sollte dieses Geschäft nicht zustande kommen, blieben ThyssenKrupp zwei weitere Optionen. Erstens eine Beteiligung eines Investors aus dem Mittleren Orient. Bei ihm handelt es sich offenbar um Scheich Hamdan bin Zajed al-Nahjan aus Abu Dhabi. Dessen Firma Abu Dhabi Mar war vor kurzem zu 90 Prozent bei der angeschlagenen Rendsburger Werft Nobiskrug eingestiegen. Vor wenigen Tagen hatte der Scheich signalisiert, dass Abu Dhabi Mar offen sei für weitere Zukäufe. Die zweite Variante wäre ein Komplettverkauf an den französischen Konzern DCN, der einen europäischen Werftenverbund aufbauen will.

 

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