08.02.13

Staatsbeteiligung?

Frankreich bremst Spekulationen über Peugeot-Einstieg

Staatsbeteiligung am angeschlagenen Opel-Partner PSA Peugeot Citroen ist laut Ministerpräsident Ayrault derzeit kein Thema.

Foto: REUTERS
A salesman speaks with a customer next to a Peugeot car at a dealership in Marseille
Berichten zufolge erwägt Frankreich eine Staatsbeteiligung an Peugeot

Paris. Eine Staatsbeteiligung am angeschlagenen Opel-Partner PSA Peugeot Citroen ist nach Regierungsangaben derzeit kein Thema. Frankreichs Ministerpräsident Jean-Marc Ayrault sagte am Freitag, ein solcher Schritt stehe nicht auf der Tagesordnung. Der Autohersteller habe nicht darum gebeten. Aus dem Finanzministerium verlautete, die jüngste Milliardenabschreibung des Konzerns beeinträchtige weder dessen Kreditwürdigkeit noch dessen Liquidität. Der für den Haushalt zuständige Staatssekretär Jerome Cahuzac hatte dagegen gesagt, eine Beteiligung sei möglich. "Dieses Unternehmen darf und kann nicht verschwinden", sagte Cahuzac dem Sender BFM. Man müsse alles Nötige tun, damit Peugeot überlebe. Die Zeitung "Liberation" berichtete unter Berufung auf nicht näher bezeichnete Kreise, ein Staatseinstieg wäre nur das letzte Mittel.

Der Konzern hat besonders mit der Schuldenkrise in Südeuropa zu kämpfen. Er hat die Streichung von 8000 Stellen und die Schließung einer Fabrik angekündigt. Peugeot gab am Donnerstag eine Wertberichtigung über 4,1 Milliarden Euro bekannt. Aus dem Finanzministerium hieß es, die Abschreibung mache keine Kapitalerhöhung notwendig. Ein Sprecher des französischen Staatsfonds FSI sagte ebenfalls, eine Beteiligung an dem Konzern sei im Moment kein Thema. Nach Auskunft aus dem Finanzministerium haben der Sanierungsplan und die Zusammenarbeit mit der Opel-Mutter General Motors für das Unternehmen Vorrang. Peugeot lehnte eine Stellungnahme ab. Der Konzern gehört zu 25 Prozent der Peugeot-Familie. Am Rivalen Renault ist Frankreich noch mit 15 Prozent beteiligt, nachdem das Unternehmen nach dem Zweiten Weltkrieg verstaatlicht wurde.

Im Januar hatten Peugeot und GM eine weitreichende Kooperation bei der Fahrzeugentwicklung bekanntgegeben. Dabei gibt Opel zwei wichtige Projekte in die Hände des französischen Partners: Zwei neue Plattformen – eine für kompakte Familienwagen in der Größe des Opel Zafira und eine für Autos im Segment des erfolgreichen Opel Meriva – sollen auf der Peugeot-Technik basieren. Opel leidet unter ähnlichen Problemen wie Peugeot. GM will deswegen sparen und die Fahrzeugproduktion im Werk Bochum spätestens 2016 einstellen.

An der Pariser Börse tendierte die Peugeot-Aktie 0,4 Prozent im Plus.

PSA Peugeot Citroën

Der französische Konzern PSA Peugeot Citroën ist nach Volkswagen Europas zweitgrößter Autobauer.

Im Gegensatz zu den Wolfsburgern investierte er aber nur zögerlich in Wachstums- und Schwellenländern.

Von der Krise auf dem europäischen Heimatmarkt wird PSA deswegen besonders schwer getroffen.

Um aus der Verlustzone zu kommen, sollen nun mehr als 8000 Arbeitsplätze wegfallen.

Ein Werk bei Paris wird geschlossen. Die auf Fahrzeugkredite spezialisierte Finanzsparte von PSA ist auf staatliche Garantien in Milliardenhöhe angewiesen.

Als Gegenleistung muss der Konzern eine staatliche Kontrollen der Sanierungsbemühungen akzeptieren. PSA beschäftigte Ende 2011 rund 209.000 Menschen, davon 123.000 in der Autosparte. (dpa)

(rtr)
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