25.01.13

Hamburger Flughafen

Tarifverhandlungen für Sicherheitspersonal laufen

Gewerkschaft Verdi zeigt sich am Freitag optimistisch und rechnet mit einen Ergebnis. Der Streik in Köln/Düsseldorf zeige zudem ihre Macht.

Foto: dpa
Streik auf dem Flughafen Düsseldorf
Während in Düsseldorf und Köln/Bonn gestreikt wird, gehen in Hamburg die Tarifverhandlungen für das Sicherheitspersonal in eine neue Runde

Hamburg. Die Gewerkschaft Verdi rechnet bei den für Freitagvormittag in Hamburg angesetzten Tarifverhandlungen für das Sicherheitspersonal des Hamburger Flughafens mit einem Ergebnis.

"Ich bin optimistisch", sagte Verdi-Verhandlungsführer Peter Bremme unmittelbar vor dem Beginn der Gespräche. Verdi habe gezeigt, dass sie eine machtvolle Organisation sei. Bremme verwies auf die laufenden Streiks an den Flughäfen in Köln und Düsseldorf.

Die Gewerkschaft Verdi fordert einen Stundenlohn von 14,50 Euro für die betroffenen 600 Beschäftigten am Flughafen Fuhlsbüttel, die Arbeitgeberseite hatte zunächst 12,50 Euro angeboten.

Dieses Angebot hatte Verdi als "nicht verhandlungsfähig" bezeichnet und deshalb die Kontrolleure an den Sicherheitsschleusen des Airports am vergangenen Freitag zum Streik aufgerufen. Die Folge war ein Chaos am Flughafen – 12.000 Passagiere blieben am Boden.

Der Flughafen Hamburg

Der Hamburger Flughafen liegt unter den Airports in Deutschland auf Platz fünf.

Nur Frankfurt, München, Düsseldorf und Berlin-Tegel zählten im vergangenen Jahr mehr Passagiere.

Nach Angaben des Flughafens sind in Hamburg im vergangenen Jahr 13,7 Millionen Passagiere abgeflogen und angekommen – bei insgesamt 152 890 Starts und Landungen.

Rund 60 Fluggesellschaften fliegen von Hamburg direkt zu 115 Zielen. Im gesamten Airportbereich sind 15 000 Menschen beschäftigt.

Sie arbeiten unter anderem an den 42 Gates, 20 Sicherheitsschleusen oder den mehr als 100 Check-in-Schaltern. (dpa)

Tarifkonflikt beim Flughafen-Sicherheitspersonal

Für das Sicherheitspersonal an deutschen Flughäfen gelten in den Bundesländern unterschiedliche Entgeltverträge.

Die Verdi-Landesverbände verhandeln einzeln mit dem Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW).

Andreas Sander vom Verdi-Bundesverband erklärt das mit historisch gewachsenen Lohnentwicklungen:

"Wie in anderen Branchen auch, haben wir hier ein Gefälle. In Baden-Württemberg werden die höchsten Löhne gezahlt. Hamburg rangiert da schon traditionell eher im unteren Bereich."

Arbeitszeiten und Urlaubstage werden dagegen in einem einheitlichen Manteltarifvertrag für alle Bundesländer geregelt. (dpa)

Welche Rechte Fluggäste bei Streik haben

Bei Streik können Fluggäste Ansprüche geltend machen. Reiserechtler Paul Degott erläutert die wichtigsten:

Was passiert, wenn ich am Flughafen gestrandet bin?
Der Veranstalter oder die Fluggesellschaft muss gestrandete Kunden betreuen. Die Leistungen gemäß der EU-Fluggastrechteverordnung sind unabhängig davon, ob das Unternehmen für die Verspätungen oder Ausfälle von Flügen verantwortlich ist.

Passagiere haben Anspruch auf Essen und Getränke, meist erhalten sie dafür Gutscheine. Verschiebt sich der Flug auf einen anderen Tag, muss die Airline oder der Veranstalter die Übernachtung in einem Hotel übernehmen.

Wie komme ich trotz des Streiks an mein Reiseziel?
Die Fluggesellschaft oder der Veranstalter hat die Pflicht, so schnell wie möglich eine Ersatzbeförderung zu organisieren.

 Kunden können diese per Telefon oder am Schalter des Unternehmens am Flughafen fordern. Urlauber sollten aber nicht aus Verärgerung ohne Rücksprache einfach ein Zugticket buchen.

Wer beispielsweise einen Flug von Düsseldorf über Paris nach New York gebucht hat, sollte nicht auf eigene Faust mit dem Zug nach Paris fahren, um den Anschlussflug zu erwischen. Denn dann sei fraglich, ob die Fluggesellschaft das Zugticket erstattet, warnt Degott.

 Ab der fünften Verspätungsstunde hat der Fluggast außerdem das Recht, das Ticket zurückzugeben und sich die Kosten erstatten zu lassen. Damit ist die Airline jedoch aus allen Pflichten entlassen.

Was bedeutet Ersatzbeförderung genau?
Die Fluggesellschaft oder der Reiseveranstalter müssen ihre Passagiere schnellstmöglich ans Ziel bringen.

Bei einem kürzeren Streik von nur wenigen Stunden kann es laut Degott reichen, zu warten, bis der Flugbetrieb wieder aufgenommen wird.

Dauert der Ausstand aber länger, müssen die Airlines und Reisveranstalter die Kunden zum Beispiel mit der Bahn oder Bussen zu anderen Flughäfen bringen und von dort aus zum gewünschten Ziel.

Habe ich Anspruch auf eine Entschädigung?
Eine Entschädigung werden die Passagiere nach Ansicht von Degott nicht bekommen, wenn wegen des Warnstreiks Flüge ausfallen. Denn dafür seien die Fluggesellschaften nicht verantwortlich. Es handle sich daher um einen Fall höherer Gewalt, erklärt Degott.

Die Mitarbeiter seien weder bei einer Fluggesellschaft noch bei einem Veranstalter angestellt. Bei einem solchen «Drittstreik» steht Urlaubern daher keine Entschädigung zu, wie sie die EU-Fluggastrechteverordnung in anderen Fällen vorsieht.

Ausnahme: Der Passagier kann nachweisen, dass die Fluggesellschaft nicht alles getan hat, um die Streikfolgen abzumildern.

Wie sieht es bei einer Pauschalreise aus?
Bei einer Pauschalreise ist die Rechtslage laut Degott etwas anders. Hier stellt sich nur die Frage, ob der Veranstalter seine Leistungspflichten erfüllt hat. Die Gründe für ein Nichterfüllen spielen keine Rolle.

Sitzen Reisende zum Beispiel zwei Tage am Flughafen fest, statt am Strand zu liegen, können sie den Reisepreis entsprechend mindern. Handelt es sich um eine Kurzreise, können sie sogar von der Reise kostenlos zurücktreten. Schadenersatz wegen vertaner Urlaubszeit gibt es jedoch nicht.

Quelle: dpa

(dpa)
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