22.01.13

Anlagebetrug

Erster Vermittler sagt im Millionen-Prozess aus

Ein Banker, der auf einen Anlagebetrug hereinfällt: Ein Vermittler des geständigen Angeklagten gerät in Mannheim in Erklärungsnot.

Foto: dpa
Göttin Justitia
Im Prozess gegen Ulrich E. hat einer seiner Anlageberater ausgesagt

Mannheim. Im Prozess um millionenschweren Anlagebetrug hat der erste Kundenvermittler des Angeklagten Ulrich E. ausgesagt. Dieser hatte gestanden, mit einem Schneeballsystem von den USA aus rund 1300 Anleger um mehr als 37 Millionen US-Dollar (derzeit 28 Millionen Euro) betrogen zu haben.

Der Vermittler sagte am Dienstag als Zeuge vor dem Landgericht Mannheim, er habe mit seiner Freundin zusammen innerhalb eines dreiviertel Jahres 175.000 Dollar (131.000 Euro) Vermittlungsprovision bekommen. Sein Anlagekonzept, das Renditen von bis 72 Prozent jährlich versprach, sei ihm schlüssig vorgekommen, beteuerte der gelernte Bankkaufmann aus Karlsruhe.

Pikant: Sein Vater, der früher im Vorstand einer Bausparkasse saß, war den Ermittlungen zufolge ebenfalls als Vermittler für Ulrich E. tätig. Über seinen Vater habe er auch von Ulrich E. und dessen Anlagemodell erfahren, berichtete der 45-Jährige. Ulrich E. hatte behauptet, mit computergestütztem Aktienhandel Renditen von bis zu sechs Prozent monatlich garantieren zu können. Tatsächlich floss das von den Anlegern eingezahlte Geld in die Taschen Ulrich E. sowie der Vermittler und wurde teilweise dazu benutzt, die Renditen an andere Anleger auszuzahlen.

Der 45-Jährige arbeitete damals in der Vermögensberatung einer Sparkasse. Ob ihm als Banker derartig hohe Renditeversprechen nicht unglaubwürdig vorgekommen seien, wollte die Richterin von ihm wissen. Solche Renditen seien "prinzipiell" möglich, sagte der 45-Jährige. Er hatte schließlich sogar seinen Job bei der Bank gekündigt, um für Ulrich E. zu arbeiten.

Das tat der 45-Jährige dann auch, bis der Schwindel Ende Juli 2007 aufflog und Ulrich E. in den USA untertauchte. Der Zeuge räumte ein, dass er in den Monaten zuvor aufgetauchte Warnungen vor Engler und seinem System gekannt habe. So hatte zum Beispiel die österreichische Finanzaufsicht eine Anlegerwarnung veröffentlicht. Zweifel seien aber von Engler und von dessen Hauptvermittler immer wieder zerstreut worden, sagte der Vermittler. Er warf stattdessen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht vor, nicht schon früher gegen Ulrich E. vorgegangen zu sein.

Einer der vier Hauptvermittler von Ulrich E., von ihm die "Famous Four" genannt, war am Dienstag ebenfalls als Zeuge geladen. Der 61-Jährige aus Bruchsal verweigerte allerdings die Aussage. Gegen ihn, den 45-Jährigen und ein Dutzend weiterer Vermittler laufen separate Verfahren. Der Prozess wird voraussichtlich noch bis März dauern.

(dpa)
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