17.01.13

ThyssenKrupp ArcelorMittal bietet 1,5 Milliarden Dollar für US-Werk

ArcelorMittal Hamburg GmbH

Foto: Bertold Fabricius/Pressebild.de

ArcelorMittal Hamburg GmbH

Der weltgrößte Stahlkonzern will vom deutschen Stahlgiganten Werk in Alabama abkaufen. Brasilianischer Konzern soll auch mitbieten.

London. Der weltweit größte ArcelorMittal bietet einem Pressebericht zufolge 1,5 Milliarden US-Dollar für das Stahlwerk des Konkurrenten ThyssenKrupp im US-Bundesstaat Alabama.

Dies berichtet das "Wall Street Journal" (WSJ) unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. ArcelorMittal hatte vor wenigen Tagen bekanntgegeben, ein Angebot abgegeben zu haben. ThyssenKrupp war zunächst für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Auch der brasilianische Konzern Siderurgica Nacional habe eine Offerte für das US-amerikanische Werk sowie für einen Mehrheitsanteil an dem ThyssenKrupp-Werk in Brasilien auf den Tisch gelegt. Die Brasilianer bieten laut "WSJ" 3,8 Milliarden Dollar.

Wie das Blatt weiter berichtet, ist auch der US-Konzern Nucor an dem US-Werk der Deutschen interessiert und bietet ebenfalls 1,5 Milliarden Dollar (1,13 Mrd Euro).

Deutschlands größter Stahlkonzern hatte seine Werke in Alabama und Brasilien 2012 zum Verkauf gestellt. Die Stahlwerke in Brasilien und den USA bereiten dem Traditionskonzern mit derzeit rund 160.000 Mitarbeitern seit geraumer Zeit Probleme.

Im Geschäftsjahr 2011/12 fuhren die Essener auch wegen neuerlicher Abschreibungen auf die Fehlinvestitionen in Übersee einen Verlust von rund 5 Milliarden Euro ein. Zudem war ThyssenKrupp in den vergangenen Monaten wegen diversen Kartell- und Korruptionsvorwürfen in die Schlagzeilen geraten. Drei Vorstände mussten ihren Hut nehmen, um einen Neuanfang zu ermöglichen.

Auch die Arbeit des Aufsichtsrats geriet ins Kreuzfeuer der Kritik. Für diesen Freitag hat der Dax-Konzern zur Hauptversammlung geladen. Der Dachverband der Kritischen Aktionärinnen und Aktionäre sprach sich bereits für einen Rücktritt von Aufsichtsratschef Gerhard Cromme aus.