Mi, 16.01.13, 14.59

DIW-Studie Frauen erobern deutsche Chefetagen nur langsam

EU-Kommission schlägt Frauenquote vor

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EU-Kommission schlägt Frauenquote vor

Der Weg in Führungspositionen bleibt schwierig: 2012 waren vier Prozent der Vorstandsposten in den 200 größten Firmen weiblich besetzt.

Berlin. Der Anteil weiblicher Führungskräfte in den Chefetagen der größten deutschen Unternehmen ist 2012 leicht gestiegen, bleibt aber sehr niedrig. Das ist das Fazit einer am Mittwoch veröffentlichten Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Demnach sind die Vorstandsposten in den 200 größten Firmen zu vier Prozent mit Frauen besetzt.

2011 waren es nur drei Prozent. "Insgesamt waren die Zuwächse zu gering, fanden bei zu wenigen Unternehmen statt und basierten auf zu geringen Ausgangswerten, um etwas an der überwältigenden männlichen Dominanz in Vorständen und Aufsichtsräten zu ändern", sagte DIW-Forschungsdirektorin Elke Holst.

Überdurchschnittlich viele Frauen sind in den Vorständen der 30 größten börsennotierten Konzerne. Hier stieg der Frauenanteil auf 7,8 von 3,7 Prozent. Allerdings sei die Firmenzahl hier so gering, dass schon kleine Veränderungen für große Ausschläge sorgten, und die Unternehmen stünden stärker in der Öffentlichkeit, hieß es.

Eine reine Männerdomäne bleibt dagegen der Posten des Vorstandsvorsitzenden. "Schon seit Jahren wird kein einziges Dax-30-Unternehmen von einer Frau geführt, dies hat sich auch 2012 nicht geändert", hieß es.

Stärker vertreten sind Frauen in Aufsichts- und Verwaltungsräten. Bei den Top-200-Unternehmen waren 12,9 Prozent der Aufsichtsgremien weiblich besetzt, bei den Dax-30-Unternehmen 19,4 Prozent.

Um mehr Frauen nach oben zu bringen, plädiert das DIW für eine andere Firmenkultur. "Viele Frauen, die in Führungspositionen kommen, treffen auf Standards männlicher Lebensrealitäten wie sehr lange Arbeitszeiten", sagte Holst. "Mit diesem Pensum können aber weder Frauen noch Männer Familie und Beruf vereinbaren."