16.01.13

Weltwirtschaftsprognose

Weltbank sieht erste Entspannung in Eurozone

Turbulenzen an den Finanzmärkten dürften erstmal überstanden sein. Aber das globale Wachstum ist noch "sehr wackelig und unsicher".

Foto: AFP
Jim Yong Kim
Weltbank-Chef Jim Yong Kim: Das tatsächliche globale Wachstum ist insgesamt noch "sehr wackelig und unsicher"

Washington. Die Gefahr einer schweren Finanzkrise in der Eurozone ist nach Ansicht der Weltbank weitgehend gebannt. Das Vertrauen der Märkte in Europa habe sich im vergangenen halben Jahr "dramatisch verbessert", weil die Staaten und die Europäische Zentralbank richtige Schritte zur Stützung der Gemeinschaftswährung unternommen hätten, stellt die Organisation in ihrem am Mittwoch in Washington veröffentlichten Ausblick fest.

Dennoch sei es zu früh für eine echte Entwarnung. Die schwächeren Euro-Staaten liefen bei nachlassendem Reformeifer weiterhin Gefahr, von den Kapitalmärkten abgeschnitten zu werden. Das bleibe ein starkes Abwärtsrisiko für die Weltökonomie.

Entgegen der "ermutigenden" Signale von den Märkten sei das tatsächliche globale Wachstum insgesamt noch "sehr wackelig und unsicher", sagte Weltbankchef Jim Yong Kim laut einer Mitteilung. Vor allem die anhaltende Schwäche in den Industrienationen "trübt die Aussichten für eine schnelle Verbesserung und eine Rückkehr zu einem stabileren Wachstum." Gefahren gingen auch von den politischen Wirrungen um den Schuldenabbau in den USA aus.

Insgesamt werde die Konjunktur in diesem Jahr weltweit um 2,4 Prozent zunehmen, nach schlechter als erwarteten 2,3 Prozent in 2012, schätzt das multilaterale Finanzinstitut in seinem neusten Ausblick. Erst für 2014 und 2015 sehe es mit 3,1 Prozent und 3,3 Prozent deutlich besser aus.

Für die Eurozone erwartet die Weltbank in diesem Jahr einen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 0,1 Prozent. Danach gehe es deutlich aufwärts: 2014 lege das BIP um 0,9 Prozent zu und 2015 um 1,4 Prozent. Europa insgesamt müsse neben der Schuldenkrise auch die hohe Arbeitslosigkeit, Exportprobleme und Wettbewerbsnachteile lösen, um das Wachstum zu erhöhen. "Die kommenden Jahre bleiben vor allem in den Ländern der Eurozone schwierig", meint Weltbank-Chefökonom Kaushik Basu.

Wachstumsmotoren blieben die Schwellen- und Entwicklungsländer wie China oder Indien, die 2013 jeweils um 5,5 Prozent zulegen könnten und 5,7 beziehungsweise 5,8 Prozent in den kommenden beiden Jahren.

2012 habe das Wachstum hier bei 5,1 Prozent gelegen. Diese aufstrebenden, meist exportabhängigen Nationen müssten allerdings Wege finden, sich von den Zyklen der Weltkonjunktur zu lösen. Dafür seien Investitionen in die heimische Infrastruktur und eine Stärkung der öffentlichen Haushalte wichtig, rät der Chefautor des Ausblickes, Andrew Burns.

Das ist die Weltbank
Die Weltbank ist wie der Internationale Währungsfonds (IWF) eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen.
Beide wurden bei der Währungskonferenz in Bretton Woods im US-Staat New Hampshire im Juli 1944 gegründet.
Der Entwicklungsorganisation mit Sitz in Washington gehören heute 187 Staaten an.
Die Weltbank ist weltweit an Projekten zur Armuts- und Korruptionsbekämpfung beteiligt.
Sie vergibt Mikrokredite, fördert Projekte zur Verbesserung der Schulbildung und der Krankenversorgung und leistet Hilfe beim Wiederaufbau nach Naturkatastrophen.
An ihrer Spitze steht traditionell ein US-Bürger, während der IWF von einem Europäer geleitet wird.
Seit 2007 ist Robert Zoellick Präsident der Weltbank.
Seine Amtszeit endet im Juni. Die USA haben den Arzt Jim Yong Kim als Nachfolger nominiert.
Die Wahl steht kommende Woche an.
Die Weltbank besteht aus fünf Organisationen.
Die wichtigsten sind die Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (nach ihrem englischen Namen IBRD abgekürzt und gemeinhin als Weltbank bezeichnet) und die Internationalen Entwicklungsorganisation (IDA).
Die IBRD vergibt Kredite an Mitgliedsstaaten, während die IDA vor allem Projekte der Entwicklungshilfe finanziert.
Weitere Organisationen sind die Internationale Finanz-Gesellschaft (IFC), die Multilaterale Investitions-Garantie-Agentur (MIGA) und das Internationale Zentrum zur Schlichtung von Investitionsstreitigkeiten
(dpa)
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