15.01.13

Autoindustrie

Autobauer zittern vor weiterem Krisenjahr in Europa

Die Absatzkrise in Europa ist noch längst nicht überwunden. Auch für dieses Jahr rechnet kaum einer der Auto-Bosse mit Besserung.

Foto: dapd
Auto Show Detroit
Auto Show Detroit: Während es in den USA und China für die deutschen Autobauer gut läuft, macht Europa ihnen Sorgen

Detroit. Nach dem gemeisterten Krisenjahr 2012 zittern die deutschen Autohersteller schon vor den nächsten zwölf Monaten auf dem Heimatmarkt Europa.

Einhellig berichten die deutschen Auto-Bosse auf der US-Messe in Detroit, dass das dicke Ende wohl erst noch komme. Selbst die hochprofitable Sportwagenschmiede Porsche sorgt sich angesichts der anhaltenden Absatzflaute um ihre Gewinne. "Die Ergebnisbeiträge in Europa sind die höchsten. Deswegen reicht es nicht aus, das volumenseitig zu kompensieren", sagte Porsche-Chef Matthias Müller der Nachrichtenagentur dpa auf der US-Automesse in Detroit.

Der alte Kontinent treibt Müller Sorgenfalten auf die Stirn: "Ob wir jemals wieder die Zahlen von 2007 erreichen – ich glaube, da muss man in absehbarer Zeit skeptisch sein. Also in den nächsten ein, zwei, drei Jahren kommen wir in die Regionen, glaube ich, nicht mehr."

Daimler-Chef Dieter Zetsche kündigte in Detroit 2013 als zweites "Übergangsjahr" nacheinander an. Premium-Rivale Audi traute sich nach Rekordverkäufen im vergangenen Jahr noch keine Prognose zu. Auch die Konzernmutter VW wollte noch keine neuen Bestmarken ankündigen. Einzig BMW rechnet schon jetzt mit einem Absatzwachstum im einstelligen Prozentbereich.

Nach dem Absatzeinbruch mit Milliardenverlusten 2012 in Europa hofft der deutsche Ford-Chef Bernhard Mattes in diesem Jahr zumindest auf eine Stabilisierung. Vor allem dank neuer Modelle solle die Talfahrt gestoppt werden. "Wir sind gut vorbereitet, denn mit dem neuen Fiesta, dem neuen Kuga und dem neuen Transit haben wir drei große Fahrzeugreihen im Köcher, die wir 2013 auf den Markt bringen." Der Markt werde allerdings schwach bleiben.

Ford erwartet nach früheren Schätzungen für 2012 in Europa einen Verlust von 1,2 Milliarden Euro. In der EU brach der Ford-Absatz bis November um 12 Prozent ein, in Deutschland um 11 Prozent – und damit jeweils stärker als der Markt. Um bis 2015 wieder in die Gewinnzone zu fahren, werden drei Werke geschlossen, 6200 Stellen fallen weg. Weitere Einschnitte hat Mattes nicht auf der Agenda: "Wir passen auch wie angekündigt die Kapazität an. Das dürfte passen."

Und selbst für den als Heilsbringer gefeierten US-Markt ist gesunde Skepsis angezeigt: Volkswagens Nordamerika-Chef Jonathan Browning warnt vor überzogenen Erwartungen an das bis zuletzt gut gelaufene US-Autogeschäft. "Eine Branche, wo alle Hersteller davon ausgehen, dass es weiter boomt, neigt leicht zu Überkapazitäten." Das könne eine Rabattschlacht nach sich ziehen.

Im vergangenen Jahr waren die gesamten US-Autoverkäufe um 13 Prozent auf 14,5 Millionen Stück gestiegen. Browning rechnet für dieses Jahr mit einem moderaten Anstieg auf 15 Millionen. "Wir planen vorsichtig", sagte er. "Es gibt andere Schätzungen über 15,5 Millionen, einige Leute rechnen sogar mit 16 Millionen verkauften Autos. Das können gefährliche Annahmen werden."

Vor dem großen Crash im Jahr 2009 hatten vor allem die US-Autobauer ihre Produktion hochgefahren, dann brachen die Verkäufe ein und die Hersteller blieben auf ihren Wagen sitzen. General Motors und Chrysler mussten vom Steuerzahler gerettet werden, Ford schaffte es nur mit harten Einschnitten allein durch die Wirtschaftskrise.

(dpa)
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