10.01.13

Internet

Die Gema will Schadenersatz von YouTube

Dauerstreit zwischen Google und der Gema um YouTube-Videos spitzt sich weiter zu. Verwertungsgesellschaft will 1,6 Millionen Euro.

Foto: IP3_PRESS/MAXPPP
Internationaler Auftritt des Online Videoportals YouTube in Paris
Das weltbekannte Logo der beliebten Videoplattform. Doch in Deutschland müssen die Nutzer auf viele Musik-Clips verzichten

München. Im Streit um Musik-Clips bei der Google-Videoplattform YouTube hat die Verwertungsgesellschaft Gema die Verhandlungen für gescheitert erklärt – und will 1,6 Millionen Euro Schadenersatz. Zudem zieht sie vor die Schiedsstelle beim Deutschen Patent- und Markenamt. Dort solle die Angemessenheit der von ihr verlangten Mindestvergütung neutral geprüft werden, teilte die Gema am Donnerstag mit. Zugleich forderte die Gema Google in einer Abmahnung auf, bei Videos, die als Folge des Streits gesperrt sind, nicht mehr auf sie zu verweisen. YouTube zeigte sich "überrascht und enttäuscht".

Google und die Gema, die in Deutschland die Urheberrechte etwa von Komponisten oder Textautoren vertritt, können sich schon seit 2009 nicht über eine Mindestvergütung für Videos bei YouTube einigen, nachdem ein vorläufiger Vertrag auslief. Die Verwertungsgesellschaft will 0,375 Cent pro Abruf. Google lehnte die Forderung bisher ab. Als Folge des Streits können in Deutschland viele Clips – vor allem mit Musik – nicht bei YouTube angesehen werden.

YouTube-Sprecherin Mounira Latrache sagte, man setze "weiterhin alles daran, mit der Gema eine dem Geschäftsmodell von YouTube entsprechende Lösung zu finden". YouTube habe Dutzende von Verträgen mit Verwertungsgesellschaften für mehr als 45 Länder geschlossen. In Deutschland hinderten die Entscheidungen der Gema Künstler, Autoren und Plattenfirmen daran, YouTube als Einnahmequelle zu nutzen.

Die Schadenersatz-Forderung von 1,6 Millionen Euro errechnete die Gema auf Basis geschätzter Abrufzahlen. Die Schiedsstelle solle sowohl die Angemessenheit dieses Betrags als auch des Tarifs von 0,375 Cent prüfen.

Die Gema betrachtet YouTube als einen werbefinanzierten Streaming-Dienst. Mit mehreren Musik-Streaming-Diensten hat die Gema bereits feste Zahlungsvereinbarungen getroffen. Sie entrichten einen festen Betrag für jeden Song, der von den Nutzern dieser Abonnement-Dienste angehört wird.

Der Gema-Vorstandsvorsitzende Harald Heker warf YouTube am Donnerstag vor, sich allen Vorschlägen einer angemessenen Lizenzierung zu verweigern. "Eine Schadensersatzforderung ist aus unserer Sicht angebracht, weil die urheberrechtlich geschützten Musikwerke auf YouTube massenhaft genutzt und vermarktet werden", betonte er.

Bei vielen Videos – wie zum Beispiel "Gangnam Style", dem Überraschungs-Musikhit des vergangenen Jahres – sehen deutsche YouTube-Nutzer derzeit den Hinweis, dass der Clip nicht verfügbar sei, weil die Gema nicht die erforderlichen Rechte eingeräumt habe. Diese Formulierung will sich die Gema nicht länger gefallen lassen. "Durch den eingeblendeten Text wird der falsche Eindruck erweckt, dass die Gema die Lizenzierung von Musiknutzung kategorisch verweigere", erklärte sie. Dadurch werde die öffentliche und mediale Meinung in höchst irreführender Weise negativ beeinflusst. Sollte YouTube diese Hinweise nicht entfernen, werde die Gema eine Unterlassungsklage einreichen.

Die Gema und Google stehen sich auch in einem Gerichtsverfahren in Hamburg gegenüber. Dort entschied das Landgericht im vergangenen Frühjahr, dass YouTube zwar auf Gema-Aufforderung ausgewählte Videos löschen müsse, aber nicht verpflichtet sei, jeden einzelnen Clip schon beim Hochladen zu prüfen. Beide Seiten zogen gegen das Urteil in Berufung, das Verfahren könnte sich noch über Monate hinziehen.

(dpa)
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Alles über Ihre Straße

Die Welt - Aktuelle News
  1. 1. WeltgeschehenMahnwache für TugçeUnd dann ging im dritten Stock das Licht an
  2. 2. WirtschaftSteuervorteileDiese Deutschen fürchten um ihre Schweizer Milliarden
  3. 3. Webwelt & TechnikAlternative DiensteSo entkommen Sie dem Google-Monopol
  4. 4. Politik"Welt"-Nachtblog++ Helmut Schmidt: "Ich war 100 Mal bewusstlos" ++
  5. 5. DeutschlandFlüchtlinge"Ängste, dass plötzlich zu viele kommen könnten"
Top Video Alle Videos

Ein Hafenarbeiter blickt von einer Containerbrücke am Burchardkai auf die „Christophe Colomb“ von CMA CGM. Das Unternehmen hat jetzt die OPDR gekauft.
Brightcove Videos

Die Oldenburg-Portugiesische Dampfschiffs-Rhederei wird vom französischen Reeder CMA CGM übernommen. Ob das Unternehmen den Hauptsitz in Hamburg behält, ist nicht klar. 300 Jobs sind betroffen. mehr »

Top Bildergalerien mehr
Seevetal

Einfamilienhaus in Fleestedt in Flammen

Marodes Bauwerk

Brückensprengung mitten in Schwerin

Niedersachsen: Weihnachtshaus mit 400.000 Lichtern

Champions Leauge

CL: Der 5. Spieltag für die deutschen Teams

tb_reisemarkt.jpeg
Der Reisemarkt

Aktuelle Reise- und Urlaubsangebotemehr

Highlights
tb_hh_mahjong100.jpg
Mahjong

Spielen Sie mit!mehr

rb_wetter_926045a.jpg
Wetter in Hamburg

Der aktuelle Wetterbericht mit Karte und Vorhersagemehr

rb_stadtplan_926042a.jpg
Stadtplan Hamburg

Mit dem Hamburger Stadtplan Adresse und Orte findenmehr