08.01.13

Bonusmeilen-Streit

Lufthansa gewinnt Vielflieger-Prozess

Niederlage für den Hamburger Kläger Tobias Eggendorfer. Die Änderung des Prämienprogamms stelle keine Benachteiligung dar.

Foto: Tobias Eggendorfer
Tobias Eggendorfer
Der Hamburger IT-Professor Tobias Eggendorfer klagt gegen Lufthansa, die sein Bonusmeilen-Kontingent gesenkt hatte

Hamburg/Köln. Im Streit um Bonusmeilen hat das Oberlandesgericht Köln die Klage eines Vielfliegers zurückgewiesen. Gleichzeitig ließ das Gericht am Dienstag Revision zum Bundesgerichtshof zu.

In dem Fall klagt ein Hamburger Professor gegen die Lufthansa. Der berufliche Vielflieger sammelt Bonusmeilen, um sie als Rabatt für neue Flüge einzulösen. Anfang 2011 hatte die Lufthansa die Bedingungen dafür verändert, wodurch das Konto des Vielfliegers auf einen Schlag um 30 Prozent entwertet wurde.

Dies hält er für rechtswidrig. In erster Instanz hatte er sich vor dem Landgericht Köln durchgesetzt. Das Oberlandesgericht vertrat nun aber im Berufungsverfahren die Ansicht, dass nicht alle Meilensammler schlechter gestellt würden. Man dürfe den Fall des Vielfliegers deshalb nicht isoliert betrachten.

Vielflieger-Programme der Airlines
Das bieten die Airlines ihren Kunden:
Lufthansa: Das Miles&More-Programm der Lufthansa unterscheidet zwischen Status- und Prämienmeilen. Statusmeilen können nur für gekaufte und abgeflogene Flugtickets erworben werden. Prämienmeilen dagegen auch bei Partnern wie Hotels oder Mietwagenfirmen. Eingelöst werden können die Prämienmeilen entweder für Upgrades, Prämienflüge oder Sachprämien. Mit den gesammelten Statusmeilen erhalten Kunden bestimmte Vorzüge wie den Zugang zu Lounges. Auch innerhalb der Star-Alliance lassen sich die Meilen sammeln und einlösen. Lufthansa-Prämienmeilen verfallen im Normalfall nach drei Jahren, der Status muss Jahr für Jahr aufs Neue erworben werden.
Germanwings: Die Lufthansa-Tochter Germanwings ist an das Miles&More-Programm der Mutter angeschlossen. Daneben gibt es ein eigenes Vielflieger-Programm, den Boomerang-Club. Für jeden Euro Umsatz werden 10 Meilen gutgeschrieben, ab 10 000 Meilen gibt es einen Freiflug. Daneben genießen die Club-Mitglieder Vorteile wie eine schnellere Abfertigung.
Air Berlin: Air Berlin hat ein ähnliches System wie Lufthansa. Auch hier sammeln Vielflieger mit der Topbonus-Karte Status- und Prämienmeilen. Neben Air Berlin selbst, Niki und Etihad sind an das System die Oneworld-Partner angeschlossen. Ab 3000 Prämienmeilen gibt es bei Air Berlin einen One-Way-Flug gratis. Die Prämienmeilen verfallen außer bei Goldstatus-Kunden nach drei Jahren. Statusmeilen gelten jeweils zwölf Monate.
Condor: Auch bei Condor lassen sich Meilen für das Miles&More-Programm sammeln. Ebenso können mit den Meilen Flüge gebucht oder Upgrades vorgenommen werden.
Easyjet: Der Billigflieger Easyjet hat kein Bonusprogramm.
Ryanair: Der irische Billigflieger Ryanair bietet kein Vielfliegerprogramm.
(dpa)
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