04.01.13

Extremwetter

Warnung: Milliardenschäden durch Naturkatastrophen

Rückversicherer Munich Re warnt vor weiteren Dürren und Wirbelstürmen. Vor allem USA betroffen. Experten mahnen Vorsorgemaßnahmen an.

Von Sebastian Raabe
Foto: AFP
Ein Bild der Verwüstung richtete der Wirbelsturm "Sandy" im Herbst 2012 in New York an. Mehr als 100 Menschen starben allein in den USA
Ein Bild der Verwüstung richtete der Wirbelsturm "Sandy" im Herbst 2012 in New York an. Mehr als 100 Menschen starben allein in den USA

München/Hamburg. Das extreme Wetter in den vergangenen Jahren einhergehend mit Naturkatastrophen bringt nicht nur Leid und Tod für die Menschen in den betroffenen Regionen, es kostet auch eine Menge Geld. Die Munich Re - weltgrößter Rückversicherungskonzern - beziffert die Schäden der Naturkatastrophen allein des vergangenen Jahres auf rund 122 Milliarden Euro. Fast ein Drittel davon geht allein auf das Konto von Wirbelsturm "Sandy". 67 Prozent der weltweiten Schäden entstanden 2012 in den USA, bei den versicherten Schäden waren es sogar horrende 90 Prozent.

Experten fürchten, dass extreme Wetterlagen wie die große Dürre im mittleren Westen der USA vergangenen Sommer oder Wirbelsturm "Sandy" im Herbst nur der Anfang waren. "Diese beiden Naturkatastrophen belegen eindrucksvoll, mit welchen Ereignissen wir künftig häufiger rechnen müssen", sagt der Leiter der Geo-Risiko-Forschung des Rückversicherers Munich Re, Professor Peter Höppe. "Sandy" hatte Ende Oktober in der Karibik gewütet und war dann sehr weit nach Norden gezogen. Am 29. Oktober traf der Wirbelsturm südlich von New York auf Land. Die größten Schäden richtete die von "Sandy" ausgelöste Sturmflut an, Teile der New Yorker U-Bahn standen unter Wasser - erstmals seit 100 Jahren. Der Wirbelsturm, gut 1800 Kilometer breit, verursachte an der Ostküste enorme Schäden, mehr als 100 Menschen starben allein in den USA.

Zwar ließen sich einzelne Ereignisse wie ein Hurrikan oder die lange Trockenheit nicht auf den Klimawandel zurückführen. "Aber viele Studien gehen für die Zukunft von mehr sommerlichen Dürreperioden in Nordamerika aus, und auch folgenreiche Wirbelstürme relativ weit im Norden der US-Ostküste dürften langfristig wahrscheinlicher werden", erklärt der Forscher des Rückversicherers. Die Munich Re erhebt regelmäßig Daten zu weltweiten Katastrophenschäden. Rückversicherer versichern nämlich ihrerseits Versicherungsunternehmen gegen Großrisiken - wie eben Naturkatastrophen.

"Der durch den Klimawandel verursachte Meeresspiegelanstieg wird die Sturmflutrisiken zusätzlich erhöhen", sagt Höppe - und zieht eine nüchterne Bilanz. Da die Verhandlungen über eine Begrenzung der Erderwärmung wie zuletzt in Doha keine Erfolge brächten, müsse nun dringend in den Schutz vor extremem Wetter investiert werden. Dazu zählen etwa höhere Deiche oder andere Schutzmaßnahmen gegen Hochwasser. Aber auch das wird die Staaten noch viel Geld kosten.

Insgesamt verlief das Katastrophenjahr 2012 den Daten der Munich Re zufolge allerdings deutlich glimpflicher als 2011. Vor allem die verheerenden Erdbeben in Japan und Neuseeland hatten damals die Schadenssumme auf den Rekordwert von umgerechnet fast 300 Milliarden Euro wachsen lassen, die Zahl der Toten lag bei 27.200. Im vergangenen Jahr kamen bei Naturkatastrophen weltweit rund 9500 Menschen ums Leben. Im langjährigen Vergleich ein niedriger Wert.

Der wichtigste Grund: Vor allem arme und unterentwickelte Länder wurden 2012 weniger oft von extremen Wetterereignissen oder Beben heimgesucht. Dort treffen Katastrophen meist mehr Menschen und fordern oft Hunderte Tote. Die Höhe der Sachschäden ist meist aber viel geringer. Gemessen an der Opferzahl war 2012 der Taifun "Bopha" mit mehr als 1000 Toten die schlimmste Wetterkatastrophe. Der Sturm war im Dezember über die Philippinen gezogen. Hinzu kamen mehrere Erdbeben, die schwersten am 20. und 29. Mai. Sie verursachten in der italienischen Region Emilia Romagna Schäden in Höhe von 16 Milliarden Dollar (umgerechnet zwölf Milliarden Euro). Insgesamt starben 18 Menschen. Überschwemmungen in China fordern Mitte Juli 151 Tote und richten Schäden in Höhe von acht Milliarden Dollar an. Schwere Unwetter und Tornados trafen des Weiteren Anfang März vor allem den US-Bundesstaat Tennessee. Das Extremwetter richtete hier Schäden von fünf Milliarden Dollar an. 41 Menschen ließen ihr Leben.

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