25.12.12

DIHK

Vier von zehn Unternehmern finden keinen Nachfolger

Unternehmer wollen ihren Betrieb in jüngere Hände legen – und finden keinen geeigneten Nachfolger. Schuld sei auch die Politik.

Von Uta Winkhaus
Foto: pa/dpa/dpa-ZB
Pulsnitzer Pfefferküchler im Weihnachtsstress
Unternehmer wollen ihren Betrieb in jüngere Hände legen – und finden keinen geeigneten Nachfolger. Auch Bäcker sind betroffen

Berlin. Deutsche Unternehmen haben immer größere Schwierigkeiten, einen passenden Nachfolger zu finden. Nach Angaben des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) scheitern inzwischen vier von zehn Firmenchefs bei dem Versuch, ihren Betrieb in jüngere Hände zu legen. DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann warnt die Oppositionsparteien deshalb davor, im Fall eines Wahlsieges Steuern zu erhöhen und die Unternehmensübergabe weiter zu erschweren.

"Die Diskussion um die Erbschaftsteuer sorgt für erhebliche Verunsicherung gerade im Mittelstand", sagte Driftmann. "Sollte es zum Beispiel nach der Bundestagswahl zu Verschärfungen kommen, wären rund 18 000 Unternehmen mit bis zu 100.000 Arbeitsplätzen gefährdet – und das Jahr für Jahr." Schon ohne das Damoklesschwert der Erbschaftsteuer sei die Unternehmensnachfolge eine immer größere Herausforderung für den Mittelstand.

SPD und Grünen planen im Fall eines Wahlsieges, den Spitzensteuersatz und die Erbschaftsteuer anzuheben und Vermögen stärker zu besteuern. SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat zwar zugesagt, das Betriebsvermögen des Mittelstands und der Familienunternehmer bei neuen Belastungen auszuklammern. Eine solche Sonderregelung ist aber verfassungsrechtlich umstritten.

Der Bundesfinanzhof hält bereits die geltenden Steuervorteile bei der Vererbung von Betriebsvermögen für verfassungswidrig. Er hat die 2009 in Kraft getretene Reform der Erbschaftsteuer deshalb dem Bundesverfassungsgericht zur Prüfung vorgelegt. Bis zu einer Entscheidung gelten alle Steuerbescheide nur vorläufig.

Driftmann befürchtet tiefgreifende Konsequenzen, sollten die Pläne von Rot-Grün umgesetzt werden. "Durch eine Anhebung des Spitzensteuersatzes und die Einführung der Vermögensteuer in dem diskutierten Umfang würde die durchschnittliche Belastung eines mittelständischen Personenunternehmens ganz schnell von derzeit 47,5 auf über 60 Prozent hochschnellen", sagte er. "Das kostet langfristig Wachstum und Arbeitsplätze."

Der DIHK hat vor kurzem einen Report zur Unternehmensnachfolge vorgelegt. Danach haben 56 Prozent der Existenzgründer Schwierigkeiten, die Finanzierung einer Betriebsübernahme zu stemmen. Hinzu kommt, dass viele Interessenten nicht hinreichend qualifiziert sind und die Herausforderungen bei der Übernahme eines Betriebes unterschätzen.

Nach den Erfahrungen der Industrie- und Handelskammern fanden 2011 rund 39 Prozent der Senior-Unternehmer keinen passenden Nachfolger.

2008 waren es 35 Prozent. Unter den potenziellen Existenzgründern findet mittlerweile sogar jeder zweite kein passendes Unternehmen - nach 32 Prozent vor vier Jahren.

Sollte die Verschonung des Betriebsvermögens im Erbschaftsfall ganz oder teilweise abgeschafft werden, sehen dem DIHK-Report zufolge 26 Prozent der Senior-Unternehmer und 24 Prozent der Existenzgründer die Unternehmensnachfolge konkret gefährdet.

Konsumklimaindex bildet die Verbraucherstimmung ab
Konsumklimaindex bildet die Verbraucherstimmung ab
Allmonatlich befragt das Nürnberger Marktforschungsunternehmen GfK rund 2000 Konsumenten in Deutschland, um die aktuelle Verbraucherstimmung zu ermitteln.
Im Mittelpunkt der Studie stehen die Konjunktur- und Einkommenserwartungen sowie die Anschaffungsneigung. Allerdings fließen die Konjunkturerwartungen nicht direkt in den sogenannten Konsumklimaindex ein, der die Entwicklung des privaten Verbrauchs darstellen soll.
Der Grund: Sie sind in der Regel stark von aktuellen Entwicklungen und deren Darstellung in den Medien dominiert und entsprechend oft verzerrt.
Stattdessen fließen die Konjunkturerwartungen indirekt über die persönlichen Einkommensaussichten in den Indikator ein, dessen wesentliche Komponenten darüber hinaus die Anschaffungs- und die Sparneigung sind.
Den Befragten werden drei zentrale Fragen gestellt: "Was glauben Sie – wie wird sich die allgemeine wirtschaftliche Lage in den kommenden zwölf Monaten entwickeln?"
Als Antworten sind "sich verbessern", "gleich bleiben" und "verschlechtern" möglich.
Die gleiche Auswahl gibt es bei der Frage nach den Einkommenserwartungen: "Wie wird sich Ihrer Ansicht nach die finanzielle Lage Ihres Haushalts in den kommenden zwölf Monaten entwickeln?"
Der Konsum- und Anschaffungsneigung liegt die Frage zugrunde: "Glauben Sie, dass es zurzeit ratsam ist, größere Anschaffungen zu tätigen?" (günstig – weder noch – ungünstig).
Die Konsumklimastudie wird – teils von anderen Unternehmen – im Auftrag der EU-Kommission in sämtlichen EU-Staaten durchgeführt. (dpa)
Das Bruttoinlandsprodukt und die Alternativen
Das Bruttoinlandsprodukt und die Alternativen
Keine andere Wirtschaftskennziffer findet so viel Aufmerksamkeit: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gilt als wichtigster Gradmesser für die Leistung einer Volkswirtschaft.
Es umfasst den Wert aller erwirtschafteten Güter und Dienstleistungen, die in einem bestimmten Zeitraum innerhalb der Landesgrenzen produziert werden.
Faktoren wie Arbeitslosigkeit, Verteilung des Wohlstandes oder ökologische Nachhaltigkeit spielen dabei jedoch keine Rolle.
Forscher in aller Welt versuchen daher, einen alternativen Indikator für Wohlstand zu entwickeln, um zu einer Neudefinition von Lebensqualität zu kommen. (dpa)
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