20.12.12

Autohersteller

GM und Peugeot bauen Autos auf gemeinsamer Plattform

Opel-Mutter und der französische Autobauer PSA wollen bei mehreren Autoprojekten kooperieren. Erste Fahrzeuge kommen Ende 2016.

Foto: dpa
Opel-Werk Bochum
Die kriselnden Autohersteller Opel und Peugeot/Citroën sind bei den Verhandlungen um die gemeinsame Entwicklung von Auto-Plattformen einen großen Schritt vorangekommen.

Rüsselsheim/Paris. Die kriselnden Autohersteller Opel und Peugeot-Citroën gehen künftig gemeinsame Wege. Nach mehrmonatigen Verhandlungen haben die Opel-Mutter General Motors (GM) und der französische PSA-Konzern die Verträge für eine enge Zusammenarbeit in den Bereichen Auto-Entwicklung und Einkauf unterschrieben, wie die Adam Opel AG am Donnerstag in Rüsselsheim berichtete: "Basierend auf der Rahmenvereinbarung vom 29. Februar 2012 haben die Partner nun bindende Verträge unterzeichnet."

Bereits im Juli war ein Logistikabkommen geschlossen worden. Durch die Zusammenarbeit wollen die Unternehmen nach spätestens fünf Jahren zusammen jährlich zwei Milliarden Dollar (1,5 Mrd Euro) einsparen. Die ersten zusammen entwickelten Autos sollen bis Ende 2016 auf den Markt kommen. Dabei wollen sich die Hersteller, die vor allem in Europa aktiv sind und unter der tiefen Absatzkrise leiden, keine Konkurrenz um die Gunst der Kunden machen: "Die Fahrzeuge von Opel/Vauxhall, Peugeot und Citroën werden sich stark unterscheiden und der jeweiligen Markencharakteristik voll und ganz entsprechen."

GM und PSA wollen nach den Angaben zunächst drei Fahrzeugprojekte zusammen entwickeln. Im Oktober hatten die Partner noch von vier gemeinsamen Fahrzeugentwicklungen gesprochen. "Wir sehen in diesen drei Projekten das größte Potenzial. Aber wir sind zuversichtlich, dass es mehr werden könnten", sagte ein Opel-Sprecher.

Bei den drei Projekten handelt es sich um einen Van und zwei Kleinwagen. Opel ist bislang mit den Modellen Zafira, Meriva und Corsa in diesen Segmenten unterwegs. Der GM-Tochter wird eine höhere Kompetenz bei Kompakt-Vans wie dem Meriva zugetraut, während die Franzosen als Spezialisten für Kleinwagen und größere Familien-Vans gelten. Vorerst aus der Planung flog die Entwicklungszusammenarbeit in der Mittelklasse.

Zudem beschlossen die Partner nun verbindlich, eine gemeinsame Einkaufsorganisation für Europa zu gründen. Das Joint Venture werde die vorhandenen Stärken beider Unternehmen nutzen, um Synergien zu erzielen, hieß es. Das Gemeinschaftsunternehmen muss noch von den Kartellbehörden genehmigt werden.

Inzwischen sprechen GM und PSA auch über eine Zusammenarbeit im Bereich Motoren und die Ausdehnung der Allianz über Europa hinaus auf Lateinamerika und andere Wachstumsmärkte. Die gemeinsame Produktion sei hingegen nicht Gegenstand der Allianz.

Der Autobauer Opel

Der Autobauer Opel ("Insignia", "Astra") steckt in der Krise: Die US-Konzernmutter General Motors (GM) erwartet allein für 2012 einen Verlust in Europa von bis zu 1,4 Milliarden Euro.

Das Unternehmen baut seit Jahren Stellen ab. In der jüngsten Sparrunde wurden 8000 Jobs gestrichen und das Werk Antwerpen geschlossen.

Ende 2012 wird der Hersteller mit Sitz in Rüsselsheim europaweit 37.400 Menschen beschäftigen.

2016 schließt die Getriebefertigung in Bochum mit rund 300 Beschäftigten, die Autofertigung dort soll 2016 auslaufen.

Bis zu 3000 Stellen könnten wegfallen. Weitere Standorte sind etwa Eisenach und Kaiserslautern. (dpa)

PSA Peugeot Citroën

Der französische Konzern PSA Peugeot Citroën ist nach Volkswagen Europas zweitgrößter Autobauer.

Im Gegensatz zu den Wolfsburgern investierte er aber nur zögerlich in Wachstums- und Schwellenländern.

Von der Krise auf dem europäischen Heimatmarkt wird PSA deswegen besonders schwer getroffen.

Um aus der Verlustzone zu kommen, sollen nun mehr als 8000 Arbeitsplätze wegfallen.

Ein Werk bei Paris wird geschlossen. Die auf Fahrzeugkredite spezialisierte Finanzsparte von PSA ist auf staatliche Garantien in Milliardenhöhe angewiesen.

Als Gegenleistung muss der Konzern eine staatliche Kontrollen der Sanierungsbemühungen akzeptieren. PSA beschäftigte Ende 2011 rund 209.000 Menschen, davon 123.000 in der Autosparte. (dpa)

Chronologie der Opel-Krise
Chronologie der Opel-Krise. Seit Jahren ringt der deutsche Autobauer Opel um seine Zukunft- ein Rückblick:
2001: Der erfolglose Opel-Vorstandschef Robert Hendry muss das Handtuch werfen. Sein Nachfolger Carl-Peter Forster versucht, mit dem europaweit angelegten "Restrukturierungsprogramm Olympia" die Tochter des US-Autobauers General Motors (GM) wieder profitabel zu machen.
2004: GM legt im Oktober einen drastischen Sparplan für die europäische Tochter vor, der den Abbau von 12 000 Arbeitsplätzen vorsieht – davon bis zu 10 000 in Deutschland.
2005: Der Betriebsrat und das Opel-Management unterschreiben einen "Zukunftsvertrag", der die Existenz der Werke in Rüsselsheim, Bochum und Kaiserslautern bis 2010 sichern soll.
2008: Nach Absatzeinbruch und massiven Verlusten bittet Opel als erster deutscher Autohersteller den Staat um Hilfe. Eine Bürgschaft von Bund und Ländern soll das Unternehmen stützen.
2009: Um nicht in den Strudel der GM-Insolvenz zu geraten, arbeitet Opel an einem Konzept zur Trennung von dem schwer angeschlagenen Mutterkonzern. Zwei Tage vor der GM-Pleite am 1. Juni einigen sich Bund, Länder, GM und das US-Finanzministerium nach langem Poker mit dem österreichisch-kanadischen Zulieferer Magna auf ein Rettungskonzept. Im November beschließt GM, Opel doch zu behalten.
2010: Der als harter Sanierer bekannte Nick Reilly wird Opel-Chef. Im Zuge seines Sanierungskurses macht Opel im Oktober das Werk im belgischen Antwerpen mit einst 2500 Beschäftigten dicht. Von den 48 000 Stellen in Europa werden insgesamt 8000 abgebaut.
2011: Der bisherige GM-Chefentwickler Karl-Friedrich Stracke löst Reilly ab, der Chef des GM-Europageschäfts wird. Im zweiten Quartal verzeichnet Opel erstmals seit Jahren wieder einen Gewinn. Im dritten Quartal rutscht der Autobauer aber zurück in die roten Zahlen.
16. Februar 2012: General Motors gibt in seinem Europageschäft – das in erster Linie aus Opel und der britischen Schwestermarke Vauxhall besteht – für 2011 operativ 747 Millionen Dollar (573 Mio Euro) Verlust bekannt. Dagegen fuhr GM unterm Strich 7,6 Milliarden Dollar Gewinn ein.
3. Mai 2012: Opel kommt einfach nicht vom Fleck. Im ersten Quartal liegt der Verlust von GM in Europa operativ bei 256 Millionen Dollar oder umgerechnet 195 Millionen Euro.
17. Mai 2012: Opel gibt bekannt, dass das Stammwerk Rüsselsheim die Produktion des mit Abstand wichtigsten Modells Astra verliert. Das Modell soll von 2015 an nur noch im britischen Ellesmere Port und in Gliwice (Polen) gebaut werden.
13. Juni 2012: Gnadenfrist für die Opelaner in Bochum, aber keine Rettung: Das Werk in Bochum soll zumindest so lange erhalten bleiben, bis die aktuelle Zafira-Fertigung dort Ende 2016 ausläuft, teilen die Adam Opel AG, der Betriebsrat und die IG Metall mit.
28. Juni 2012: Der Opel-Aufsichtsrat billigt einen entschärften Sanierungsplan. Teure Überkapazität soll abgebaut werden, indem Modelle wie der kleine SUV Mokka, der Antara oder der Agila nicht mehr in Korea, sondern in Europa vom Band rollen. Zudem soll in die Produktpalette von Opel/Vauxhall investiert werden. Geplant sind zum Beispiel 23 neue Modelle in den kommenden vier Jahren. Unter anderem soll ab 2013 der Kleinstwagen Adam bei den Händlern zu haben sein.
12. Juli 2012: Zum dritten Mal innerhalb von zweieinhalb Jahren wechselt GM bei Opel den Chef aus. Überraschend tritt Karl-Friedrich Stracke zurück. Die Geschäfte soll kommissarisch der GM-Vize und Opel-Aufsichtsratschef Stephen Girsky führen. (dpa)
(dpa)
Die Favoriten unseres Homepage-Teams
Jahres-Pk Hamburg Wasser und Hamburg Energie
24.05.13 HAVersorgung
Hamburger sollen mehr Wasser verbrauchen

Wasser sparen sei "Schwachsinn" - und zwar aus ökologischer und ökonomischer Sicht, so der städtische Versorger Hamburg Wasser. Kritik auch an der umstrittenen Gasfördermethode Fracking. mehr...

U4 Station Ueberseequartier
24.05.13 HAU-Bahn-Verbindungen
Wo Hamburg nicht zum Zug kommt

Die Hochbahn hatte viel vor, plante Strecken, baute komplette Tunnel - und doch wurde nichts aus den U-Bahn-Verbindungen nach Lurup oder Winterhude, nach Bramfeld oder Eppendorf. mehr...


Im US-Staat Washington ist eine Fernstraßenbrücke eingestürzt. Autos und Menschen stürzten ins Wasser
08:19US-Staat Washington
Straßenbrücke eingebrochen - Autos stürzen in den Fluss

Die vierspurige Brücke befindet sich auf halbem Weg der Interstate 5 zwischen Seattle und Vancouver. Mindestens fünf Autos stürzten mit ihren Insassen in den Fluss Skagit. mehr...

Fussball
24.05.13 HAEx-HSV-Präsident
Wolfgang Klein: "Dem HSV fehlen die Persönlichkeiten"

Der ehemalige Präsident Wolfgang Klein spricht mit dem Hamburger Abendblatt über die erfolgreichsten Jahre des Vereins und die Gründe für den Rückfall ins Mittelmaß. mehr...

Alles über Ihre Straße

Die Welt - Aktuelle News
  1. 1. WirtschaftZuwanderungskonzeptMit der Schwarz-Rot-Gold-Karte nach Deutschland
  2. 2. DeutschlandGrüne unter Druck„Ein Aufruf zum Boykott israelischer Produkte“
  3. 3. DeutschlandUmfrageSPD verliert das Vertrauen als Arbeiterpartei
  4. 4. AuslandTerrorNeue Festnahmen nach Londoner Attentat
  5. 5. WirtschaftUS-InvestorMilliardär erklärt Frauen mit Babys für unfähig
Top-Videos
neuer Sportchef
Schmadtke schwärmt vom HSV – Fans wollen Magath

Das Aus von Sportchef Frank Arnesen ist besiegelt. Bei der Suche nach seinem Nachfolger haben Jörg Schmadtke und Felix Magath die größten…mehr »

Top Bildergalerien mehr
US-Staat Washington

Vierspurige Straßenbrücke eingebrochen

Fischauktionshalle

Die Echo-Jazz-Verleihung in Hamburg

Bundesliga

Relegation: Hoffenheim gegen Kaiserslautern

Neu im Kino

Die Filmstarts am 23. Mai

tb_top_arbeitgeber.jpg
Hamburgs Beste Arbeitgebe…

Erfahren Sie hier mehr über die Preisträger 2013!mehr

tb_umweltp.gif
UmweltPartnerschaft

Lernen Sie hier die UmweltPartner in Hamburg kennen!mehr

Highlights
tb_hh_mahjong100.jpg
Mahjong

Spielen Sie mit!mehr

rb_wetter_926045a.jpg
Wetter in Hamburg

Der aktuelle Wetterbericht mit Karte und Vorhersagemehr

rb_stadtplan_926042a.jpg
Stadtplan Hamburg

Mit dem Hamburger Stadtplan Adresse und Orte findenmehr