05.12.12

Raumfahrt- und Rüstungskonzern Deutschland und Frankreich einigen sich bei EADS

EADS bestaetigt Gespraeche ueber neue Aktionaersstruktur

Foto: dapd

Deutschland und Frankreich haben sich wohl über ihren Anteil an EADS geeinigt – und damit auf den Umfang des staatlichen Einflusses.

München/Paris. Die neue Aktionärsstruktur für den europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS steht. Das teilte der Konzern am Mittwochabend nach Börsenschluss in München mit.

Beide Seiten rangen seit Sonnabend intensiv um eine Lösung der vielen komplizierten Fragen rund um die Aktionärsstruktur von EADS. Bis zuletzt waren allerdings Detailfragen offen geblieben. Um auf Augenhöhe mit Frankreich zu bleiben, wollte Deutschland dritter staatlicher Großaktionär bei EADS werden.

Im Kern werden die an dem Konzern direkt oder indirekt beteiligten Staaten – Frankreich, Deutschland und Spanien – ihren Anteil vermutlich auf insgesamt knapp 30 Prozent reduzieren. Frankreich setze dabei weiter auf seinen staatlichen Anteil. Er liegt bislang bei rund 15 Prozent bei der Staatsholding Sogepa.

Bisher war der Einfluss der Anteilseigner in einem Aktionärspakt geregelt, der neu gefasst werden musste. Im bisherigen Vertrag haben Frankreich und der Lagardère-Konzern auf französischer Seite und Daimler mit einem Konsortium von Finanzinstituten auf deutscher Seite ihre Interessen gebündelt. Nun soll sich Deutschland vermutlich direkt über die Staatsbank KfW an EADS beteiligen.

Die KfW ist bereits mit einem geringen Anteil dabei. Zusammen mit Spanien kommen alle auf knapp über 50 Prozent. Bekannt ist, dass Daimler und Lagardère Anteile verringern wollen. Bei Daimler liegen bisher Stimmrechte von gut 22 Prozent, der Kapitalanteil liegt bei 15 Prozent. 7,5 Prozent waren bereits bei einem Konsortium aus Banken geparkt und in der Dedalus-Holding gebündelt worden.