Dienstag, 29. Mai 2012, 12:11

Abendblatt als Startseite | Aboservice | E-Paper

www.abendblatt.de

  • E-Mail
  • Singles
  • Branchenbuch
  • Jobs Hamburg
  • Immobilien Hamburg
  • Kleinanzeigen
  • Info
  • Rechner
  • Ticket kaufen
  • studiVZ
  • meinVZ
Magazin Hafen Magazin Senioren

Wirtschaft

Proteste in China

Arbeiter erschlagen Manager - und behalten ihren Job

Bei einem Protestmarsch erschlugen 30.000 chinesische Arbeiter ihren Chef. Die Firma verzichtet jetzt auf Massenentlassungen.

Spezialkräfte der chinesischen Polizei unterdrücken Proteste von Arbeitern.
Foto: AP

Peking. Nach dem gewaltsamen Tod eines Managers will eine chinesische Stahlfirma auf geplante Massenentlassungen verzichten. Während eines Protests von 30.000 Stahlarbeitern im Nordosten Chinas gegen die geplante Übernahme ihres Werkes war der Manager erschlagen worden.

Hunderte Menschen wurden verletzt. Lokale Regierungsbeamte in Tonghua kündigten an, die Pläne eines Umbaus des staatlichen Stahlwerks Tonghua Iron and Steel durch den Konkurrenten Jianlong würden „auf Dauer zurückgestellt“, wie die Zeitung „China Daily“ am Montag berichtete.

Tonghua-Stahlarbeiter hatten den Manager am Freitag angegriffen und getötet. Staatliche Medien berichteten, an den Protesten hätten sich nur 3000 Arbeiter beteiligt.

Arbeiter verhinderten Sanitätereinsatz

Der Manager habe die Arbeiter erzürnt, indem er ihnen sagte, die meisten von ihnen würden in den kommenden Tagen entlassen werden, sagte eine Polizistin der Zeitung zufolge. Der Mann habe angekündigt, dass die Gesamtzahl von 30.000 Mitarbeitern auf 5000 sinken solle, sagte sie. Die Arbeiter schlugen den Manager und verhinderten, dass Krankenwagen und Polizei zu ihm gelangten.

Jianlong hält seit 2005 insgesamt 49 Prozent der Anteile an Tonghua und erhöhte den Anteil kürzlich auf 51 Prozent. Die Wut der Stahlarbeiter richtete sich auch dagegen, dass Jianlong-Manager im vergangenen Jahr bis zu drei Millionen Yuan (308.000 Euro) verdienten, Ruheständler aber nur 200 Yuan (20 Euro) im Monat erhielten.

Die Unruhen erklären sich aus dem Versuch Pekings, die überwiegend staatliche Stahlindustrie durch Zusammenschlüsse zu modernisieren. (dpa/abendblatt.de)

 

Artikel versenden

Bitte füllen Sie alle mit * gekennzeichneten Felder aus