13.11.12

Hamburger Solarkonzern

Umsatzverluste - doch Conergy sieht sich "auf gutem Weg"

Preisverfall bei Solarprodukten drückt Quartalsergebnis. Vorstandschef Comberg wertet Auflösung teurer Lieferverträge als richtungsweisend.

Foto: dpa/DPA
Der Vorstandsvorsitzende Philip Comberg spricht am Dienstag in Hamburg bei der Hauptversammlung der Conergy AG. Das Hamburger Solarunternehmen stellt seine Geschäftszahlen für das vergangene Jahr 2011 vor
Der Vorstandsvorsitzende Philip Comberg der Conergy AG

Hamburg. Der angeschlagene Solarkonzern Conergy steht auf seinem Sanierungsweg ungeachtet gesunkener Verluste weiter unter Druck. Durch einen anhaltenden Preisverfall bei Solarprodukten von rund 40 Prozent binnen eines Jahres sackte der Umsatz im dritten Quartal auf 108 Millionen Euro ab, wie das Unternehmen am Dienstag in Hamburg mitteilte. Ein Jahr zuvor waren es noch 182,4 Millionen Euro.

Den Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) verringerte der Hersteller von Solaranlagen um mehr als zwei Drittel auf 35,1 Millionen Euro. Dabei hatten aber im Vorjahresquartal einmalige Abschreibungen zum Minus von 104 Millionen Euro beigetragen.

Belastet wurde das Ergebnis im dritten Quartal neben dem Preisdruck auch durch die vorzeitige Auflösung eines langfristigen, teuren Liefervertrags mit der US-Firma MEMC. Dafür zahlte Conergy gut 16 Millionen Euro. Dennoch sieht das Management die Vertragsauflösung als Befreiung von einer Altlast. Conergy sei "weiterhin auf einem guten Weg", sagte Vorstandschef Philip Comberg.

Für das Gesamtjahr 2012 erwartet Conergy weiter einen geringeren Umsatz sowie einen Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) "im mittleren zweistelligen Millionenbereich". Im Vorjahr hatte Conergy einen Umsatz von 754 Millionen Euro erzielt und einen Ebitda-Verlust von gut 84 Millionen Euro gemacht.

Conergy hatte im Sommer noch einen positiveren Ausblick gegeben, während zahlreiche Wettbewerber in der kriselnden Solarbranche in die Pleite gingen. Doch im Oktober räumte der Konzern ein, zum zweiten Mal binnen zwei Jahren in Finanznot zu sein. Grund dafür war die Aufzehrung des Eigenkapitals von knapp 160 Millionen Euro um mehr als die Hälfte. Zum 30. September lag das Eigenkapital bei nur noch 72 Millionen Euro.

Gemäß Aktiengesetz lud Conergy die Aktionäre daher für den 18. Dezember zu einer außerordentlichen Hauptversammlung. Dabei will der Vorstand nach Firmenangaben erläutern, wie der Verlust entstand. Beschlüsse etwa zu Kapitalmaßnahmen sieht die Tagesordnung nicht vor. Experten halten diese aber für unvermeidbar. "Wir sehen nicht, dass Conergy nach dem Verlust der Hälfte des Grundkapitals einen Kapitalschnitt vermeiden kann", sagte Analyst Leonard Herbig vom Berliner Zentrum für Solarmarktforschung.

dapd
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