09.11.12

Markttransparenzstelle

Mundt fordert kostenlose Benzinpreis-App

Spritpreis-Meldestelle sollen Verbrauchern unentgeldlich nutzen können, so der Kartellamtspräsident. Einführung dürfte Monate dauern.

Foto: dpa
Andreas Mundt
Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamtes, fordert eine kostenlose Benzinpreis-App für Verbraucher

Bonn. Die Smartphone-App für die Suche nach der kostengünstigsten Tankstelle soll nach den Vorstellungen von Bundeskartellamts-Präsident Andreas Mundt kostenlos sein.

Die Markttransparenzstelle, eine Datenbank mit den aktuellen Benzinpreisen, sei "eine staatliche Leistung", und er gehe davon aus, dass "sie unentgeltlich zur Verfügung gestellt wird", sagte Mundt . Bis Autofahrer in den Genuss der Spritpreisinformation in Echtzeit auf dem Smartphone kommen, dürften allerdings noch Monate vergehen.

Der Gesetzgeber wolle mit der Einrichtung der Spritpreis-Meldestelle "etwas Unruhe in das Oligopol der Mineralölkonzerne hineinbringen", nachdem deren Preissetzungsverhalten kartellrechtlich nicht zu beanstanden sei, sagte Mundt. "Wir begrüßen es, dass hier ein Instrument geschaffen wird, mit dem der Autofahrer in den Stand gesetzt wird, wirklich zu vergleichen, und zwar auf einer sehr verlässlichen Basis."

Der Autofahrer bekomme damit in Zukunft "die Möglichkeit, die wirklich preiswerteste Tankstelle anzusteuern und damit auch seinen Beitrag zu mehr Wettbewerb zwischen den Anbietern zu leisten". Dieses Element könne den bislang nur sehr schwach ausgeprägten Wettbewerb auf dem Tankstellenmarkt durchaus beleben.

Er räumte ein, dass die Markttransparenzstelle allein nicht geeignet sei, das Oligopol aufzulösen. Aber immerhin werde der Autofahrer in die Lage versetzt, auf unterschiedliche Preise ganz gezielt zu reagieren, der Preis an der Tankstelle könne somit wieder eine "echte Lenkungsfunktion" bekommen.

Dazu bedarf es einer umfangreichen Datenerfassungsstruktur. "Der Aufbau einer solchen Datenbank ist nicht trivial", sagte Mundt. Zwar sei bereits intern mit den Vorarbeiten begonnen worden. "Aber es wird natürlich einige Monate dauern, bis wir in der Lage sind, diese Daten auch tatsächlich anzubieten, denn die Infrastruktur, die wir dafür benötigen, besteht ja überhaupt noch gar nicht."

Dazu gebe es die Überlegung, die bestehenden Meldesysteme der Konzerne mit zu nutzen. "Aber es geht auch darum, alle Tankstellen zu erfassen, die solche Mechanismen noch gar nicht haben, insbesondere auch die freien Tankstellen. Manche von ihnen hängen auch heute noch ihre Preistafeln von Hand auf."

Zurückhaltend antwortete Mundt auf die Frage, ob das Personal des Amtes deswegen aufgestockt werde. Es sei zu unterscheiden zwischen dem Aufbau und dem Dauerbetrieb der Datenbank. "Wir gehen schon davon aus, dass für diese neue Aufgabe Stellen zur Verfügung gestellt werden. Aber sicher ist das bisher nicht."

Auch sei noch nicht klar, ob in der App am Ende nur die Preise der günstigsten oder aller Tankstellen in einem bestimmten Umkreis angezeigt würden. "Diesen Punkt müssen wir in der Rechtsverordnung noch klären."

Wie der Spritpreis zustande kommt
Wie sich der Spritpreis zustande kommt
Benzin ist so teuer wie nie zur: Am Sonnabend (18. August) kostete ein Liter Super nach Berechnungen des ADAC 1,69 Euro. Wie setzt sich der Preis zusammen? Die Aufschlüsselung geht vom Durchschnittspreis im Juli von rund 1,62 Euro/Liter aus:
Produkteinstandspreis:
Das ist der Preis, zu dem der Treibstoff von der Industrie an der Ölbörse Rotterdam gekauft wird. Nach Angaben des Branchenverbandes MWV betrug er im Juli 59,77 Cent/Liter.
Deckungsbeitrag:
Er enthält die Kosten der Konzerne vor allem für den Transport, die Lagerhaltung, die gesetzlich vorgeschriebene Bevorratung der 90-tägigen Treibstoffreserve, Verwaltung, Vertrieb und seit Januar 2007 für die Bio-Beimischung. Der MWV beziffert die Deckungskosten im Juli auf 11,37 Cent je Liter. In der Summe ist auch der Gewinn der Konzerne enthalten.
Energiesteuer:
Früher hieß sie Mineralölsteuer. In der Energiesteuer ist seit 1999 auch die Ökosteuer enthalten. Die Höhe der Energiesteuer unterscheidet sich nach Treibstoffart. Für Benzin beträgt sie 65,45 Cent pro Liter. Anders als oft vermutet profitiert der Staat bei den Einnahmen von rund 40 Milliarden Euro im Jahr nicht von einem höheren Spritpreis. Denn die Steuer bemisst sich am Liter, nicht am Preis – sie bleibt immer gleich.
Mehrwertsteuer:
Anders ist es bei der Mehrwertsteuer von 19 Prozent, die auf den Warenendpreis (inklusive Energiesteuerbelastung) erhoben wird. Allerdings ist auch hier bei dem Argument, der Staat verdiene an hohen Benzinpreisen kräftig mit, Vorsicht geboten: Denn zum einen können die Verbraucher jeden Euro nur einmal ausgeben – wenn sie mehr für Benzin ausgeben, sparen sie bei anderen Waren. Zum anderen passen sich die Autofahrer an und fahren weniger oder sparsamer. Der Mehrwertsteueranteil lag im Juli bei 25,95 Cent/Liter.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Der Steueranteil am Benzinpreis beträgt knapp 60 Prozent. Gut 40 Prozent fließen der Mineralölwirtschaft zu: zur Kostendeckung und als Gewinn. (Reuters)
So sparen Sie Sprit
1. Defensiv fahren. Jeder Tritt aufs Bremspedal kostet Geld. Deshalb vorausschauend fahren, vor roten Ampeln ausrollen lassen, keine Blitzstarts.
2. Motor ausschalten. Stau, Schranken, lange Ampelschaltungen - schon bei Wartezeiten von einer Minute lohnt es sich, den Motor auszuschalten.
3. Energieverbrauch senken. Extras wie Klimaanlagen und elektrische Fensterheber erhöhen den Spritverbrauch. Geöffnete Fenster, die den Luftwiderstand verstärken, allerdings auch.
4. Untertourig fahren. Frühes Hochschalten in den nächsten Gang, vor allem aus dem ersten, spart auch einige Tropfen Sprit.
5. Regelmäßig warten lassen. Prüfen Sie den Reifendruck regelmäßig, nutzen Sie hochwertiges Öl, lassen Sie den Wagen regelmäßig darauf prüfen, ob alles richtig eingestellt ist.
6. Gewicht reduzieren. Jede Kiste Wasser im Kofferraum, jeder Gepäckträger erhöht den Benzinverbrauch.
7. Reihenfolge einhalten. Stellen Sie den Motor erst an, wenn Sie wirklich losfahren wollen - Spiegel und Sitz besser bei ausgeschaltetem Motor einstellen.
8. Tempolimits einhalten. Jede Statistik zeigt, dass überhöhte Geschwindigkeit mehr Geld und Nerven kostet als Zeit spart.
Quelle: kfz.de
dapd
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