Wenn Porsche-Chef Wiedeking seinen Posten aufgibt, würde er wohl mehr als 100 Millionen Euro erhalten.

Er meint es nicht so, er gestikuliert nur: Porsche-Chef Wendelin Wiedeking bei der Audi-Hauptversammlung im Mai.
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Hamburg. Wenn in den nächsten Tagen die Entscheidung über die Eingliederung von Porsche in den Volkswagen-Konzern fällt, dürfte dies der Auslöser für einen neuen deutschen Abfindungs-Rekord sein: Steigt Porsche-Chef Wendelin Wiedeking aus seinem noch bis zum Jahr 2012 laufenden Vertrag aus, winkt ihm eine Abfindungszahlung von mehr als 100 Millionen Euro, wie es in Branchenkreisen heißt. Andere sprechen gar von der astronomischen Summe von mehr als 300 Millionen Euro, was aus Wiedekings Umfeld jedoch bisher heftig dementiert wird: "Das ist eine Fantasterei."
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Erstaunlich wäre das nicht. Denn Wiedeking verdiente im Jahr 2008
einschließlich üppiger Boni geschätzt 80 Millionen Euro, für 2007 dürfte
Porsche ihm etwa 60 Millionen Euro überwiesen haben. Maßgeblich für die
enormen Vergütungen, die ihn zum bestbezahlten Manager Deutschlands machten,
war nicht in erster Linie das operative Sportwagen-Geschäft, sondern der
Gewinn aus Spekulationen mit VW-Aktien bei dem Versuch, die Kontrolle über
den Wolfsburger Branchenriesen zu erlangen.
Mit einem "goldenen Handschlag" im dreistelligen Millionenbereich
würde Wiedeking an die Spitze der Rangliste für derartige Zahlungen in
heimischen Unternehmen rücken. An erster Stelle dieser Liste rangiert noch
immer der Amerikaner Frank Newman. Der frühere Chef des im Jahr 1998 von der
Deutschen Bank übernommenen US-Geldhauses Bankers Trust stieg kurz nach dem
Zusammenschluss aus und ließ sich den Abschied mit 100 Millionen Dollar
(damals 85 Millionen Euro) versüßen. Ähnlich lief es beim zweitplatzierten
Bob Eaton. Der Ex-Chef von Chrysler ging zwei Jahre nach der Fusion mit
Daimler und nahm 60 Millionen Euro mit.
Trotz anhaltender Kritik von Politikern an immens hohen Abfindungen gibt es
hierfür keine gesetzliche Regelung. Allerdings sind Leistungen dieser Art im
sogenannten Corporate Governance Kodex, einer Selbstverpflichtung
börsennotierter Firmen in Deutschland für verantwortliche
Unternehmensführung, explizit berücksichtigt. Wörtlich heißt es dort: "Bei
Abschluss von Vorstandsverträgen soll darauf geachtet werden, dass Zahlungen
an ein Vorstandsmitglied bei vorzeitiger Beendigung der Vorstandstätigkeit
ohne wichtigen Grund einschließlich Nebenleistungen den Wert von zwei
Jahresvergütungen nicht überschreiten (...)". Eine Zusage aus
Anlass eines "Kontrollwechsels" - also nach einer Übernahme - soll
das Eineinhalbfache dieser Summe nicht übersteigen. Damit würde sich
Wiedeking auch bei einer Abfindung von mehr als 100 Millionen Euro noch in
dem vom Kodex gesetzten Rahmen bewegen.
Im internationalen Vergleich erhielten andere ohnehin schon deutlich höhere
Beträge. Spitzenreiter ist noch immer Lee Raymond, der Ende 2005 mit einer
Abfindung von 351 Millionen Dollar als Chef des Ölmultis Exxon in Pension
ging. In den 13 Jahren an der Spitze des Konzerns soll Raymond Gehälter von
zusammengerechnet 686 Millionen Dollar kassiert haben. An zweiter Stelle der
Abfindungs-Hitliste wird Robert Nardelli von der US-Baumarktkette Home-Depot
mit einer Abschiedszahlung von 210 Millionen Dollar genannt, gefolgt vom
früheren Pfizer-Chef Henry McKinnell mit 200 Millionen Dollar.

















