Medienkonzern
Bertelsmann Random House und Penguin Group fusionieren
Die beiden Konzerne wollen durch Fusion den größten Publikumsverlag der Welt schaffen und dürften rund drei Milliarden Euro Umsatz machen.
Gütersloh/London. Europas größter Medienkonzern Bertelsmann und das britische Verlagshaus Pearson feiern eine Elefantenhochzeit und wollen durch den Zusammenschluss ihrer Buchsparten den größten Publikumsverlag der Welt schaffen. Der neue Verlagsriese Penguin Random House soll Kunden in den USA, Großbritannien, Australien und Spanien ebenso bedienen wie Leser in China, Indien und Brasilien. Weltweit dürfte der Konzern einen Umsatz von rund drei Milliarden Euro erreichen.
Bertelsmann-Chef Thomas Rabe sagte am Montag bei der Bekanntgabe der Fusionspläne, der Zusammenschluss sei ein Meilenstein für Bertelsmann. Die Konzerntochter Random House ist zwar schon heute die Nummer eins auf dem Weltmarkt. Doch ist sie in den Wachstumsregionen China, Indien und Brasilien nur wenig vertreten. Hier ist die Pearson-Tochter Penguin deutlich stärker präsent.
Außerdem erwarten die Unternehmen Synergieeffekte etwa bei Druck, Lagerung und Verwaltung. Die Fusion werde es den Unternehmen ermöglichen, "noch effektiver ihre Bücher zu verlegen, und das in traditionellen wie in digitalen Formaten und für die Vertriebswege der Zukunft", sagte Rabe. Nicht zuletzt dürfte der neue Verlagsriese über eine stärkere Verhandlungsposition gegenüber großen Buch- und E-Book-Händlern wie Amazon verfügen.
Nach der Fusion wird Bertelsmann das Sagen bei dem neuen Branchenprimus haben. Die Gütersloher werden den Planungen zufolge mit 53 Prozent die Mehrheit der Anteile halten. Sie stellen mit Markus Dohle den designierten Konzernchef und verfügen im Board of Directors über einen Vertreter mehr als Pearson.
Deutsche Verlage bleiben von Fusion ausgenommen
Die Größe und Bedeutung des neuen Verlagsgiganten machen zwei Zahlen deutlich: Allein Random House veröffentlicht nach eigenen Angaben jährlich fast 10.000 neue Bücher, Penguin noch einmal 4.000.
Ausgenommen von der Fusion ist allerdings die Deutschland-Tochter von Random House, zu der 45 Buchverlage wie Goldmann, Heyne, Luchterhand und Siedler gehören. Sie verbleibt im alleinigen Besitz von Bertelsmann. Der deutsche Buchmarkt sei schon aufgrund der Buchpreisbindung ein Sonderfall, hieß es im Konzern. Doch werde Random House Deutschland auch in Zukunft alle Mittel bekommen, um das Geschäft weiter voranzutreiben.
Auch Pearson-Chefin Marjorie Scardino betonte die Vorteile eines Zusammenschlusses. Random House passe "geradezu perfekt" zu Penguins Kultur, Standards und Bekenntnis zur verlegerischen Exzellenz. Der Zusammenschluss ermögliche es den Unternehmen, einen großen Teil ihrer Kosten zu teilen und gebe ihnen mehr Spielraum, um neue Modelle bei der Digitalisierung von Büchern auszuprobieren.
Der Zusammenschluss muss allerdings noch von den Kartellbehörden genehmigt werden. Zu möglichen Auflagen wollte sich Bertelsmann am Montag nicht äußern. Doch erwarten die Konzerne, die Transaktion in der zweiten Jahreshälfte 2013 abschließen zu können.
















