24.10.12

Airbus-Mutter

Bund will für drei Milliarden bei EADS einsteigen

Mehr als den Marktpreis will die Regierung für ein Aktienpaket zahlen, um das deutsche Gewicht bei der Airbus-Tochter zu erhalten.

Foto: DPA
Fusion von EADS und BAE ist geplatzt
Die Bundesregeirung will bei EADS einsteigen

Berlin. Die Bundesregierung will möglichst rasch bei der Airbus-Mutter EADS einsteigen und ist bereit, dafür mehr als den Marktpreis für ein Aktienpaket zu bezahlen. Der Bund würde sich den Einstieg knapp drei Milliarden Euro kosten lassen. Das geht aus einem Bericht des Bundeswirtschaftsministeriums an den Haushaltsausschuss des Bundestages hervor, der der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch vorlag und aus dem auch das "Handelsblatt" (Donnerstag) zitierte.

In dem Papier wird auf den wachsenden Zeitdruck verwiesen, da sich die Daimler AG noch in diesem Jahr von der Hälfte ihres 15-prozentigen EADS-Anteils trennen wolle. "Vor diesem Hintergrund sollte die gesamte Transaktion zeitnah realisiert werden", heißt es. "Ansonsten droht die konkrete Gefahr, dass die Daimler AG ihre Anteile über den Markt verkauft." Damit wäre die deutsch-französische Balance zuungunsten Deutschlands verloren, heißt es weiter.

Dem Papier zufolge will Deutschland die deutsch-französische Balance bei dem europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern zwar auch künftig "soweit wie möglich" wahren. Gewisse Abweichungen der deutschen Mitwirkungsrechte im Vergleich zur französischen Regierung seien aber unvermeidbar.

"Die Bundesregierung ist bemüht, diese Abweichungen der Mitwirkungsrechte im Vergleich zur französischen Seite so gering wie möglich zu halten." Hintergrund sind den Angaben zufolge das niederländische Übernahmerecht und damit verbunden Einschränkungen für die KfW als EADS-Eignerin bei einem Beitritt zum Aktionärspakt.

Die Bundesregierung hatte sich bereits für die Übernahme größerer EADS-Anteile gerüstet. Danach könnte der Bund über die Staatsbank KfW bis zu zwölf Prozent der EADS-Aktien erwerben. Für das Geschäft würde die Risikovorsorge auf 1,6 Milliarden Euro aufgestockt worden.

Bisher handelte es sich um die bereits bekannten 7,5 Prozent EADS-Anteile, die der Autokonzern Daimler abgeben will, sowie weitere bis zu 4,5 Prozent vom sogenannten Dedalus-Konsortium, dem auch private Banken angehören. Zusammen mit bestehenden Dedalus-Anteilen im KfW-Portfolio käme der Bund auf 15 Prozent der Airbus-Mutter – und wäre gleichauf mit Frankreich. Weitere 7,5 Prozent behält Daimler.

In dem aktuellen Ministeriumspapier wird für eine Übernahme ein Kaufpreis von 30 Euro je Aktie unterstellt, um 13 Prozent zu übernehmen – 7,5 Prozent der Daimler-Anteile plus 4,5 Prozent der Dedalus-Investoren plus 1 Prozent KfW-Anteil in Dedalus. Daraus ergäben sich 105,725 Millionen Aktien. Am Mittwoch notierten EADS an der Börse am Ende bei 26,64 Euro.

Nach dem Papier aus dem Wirtschaftsministerium will die Regierung zunächst die privaten Finanzinvestoren aus dem Dedalus-Konsortium herauskaufen. "Ein entsprechendes Angebot an die privaten Dedalus-Investoren soll und muss zeitnah erfolgen, um den von der Daimler AG mittlerweile angestoßenen Fahrplan einzuhalten und einen Verkauf der Daimler-Anteile am freien Markt zu verhindern."

dpa
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