Porsche: Milliardenschulden und Millionenabfindungen
Glosse: Schlechte Zeiten, fette Zeiten
Diesmal also wieder über Wiedeking, zum zweiten Mal. Das erste Mal hatte ich über ihn geschrieben, als er nach seinem missglückten Zocken (Schuldenstand deswegen zurzeit: etwa zehn Milliarden Euro) staatliche Finanzhilfe forderte. Das war auch deshalb kläglich, weil er, als er noch hoch zu Ross saß, über Managerkollegen gepestet hatte, die den Staat anbettelten. Er doch nicht.
Das wirkte auf mich wie der zweite Teil der Serie "Gute Zeiten, schlechte Zeiten".
Damals schrieb er mir einen langen Brief. Allerdings nicht er persönlich, wo käme er da hin, in der Zeit musste er ein paar Millionen verdienen. Sondern durch seinen Pressesprecher. Der strich mir Honig um meinen grauen Dreitagebart. Er habe eine Hörkassette in seinem Porsche. Er, Wiedeking, oder er, der Pressesprecher? Egal. Dann aber kam er zur Sache und sagte, vom Geld verstünde ich nichts, null Komma nichts. Und deshalb sei ihm meine Glosse in das eine Ohr rein und durch das andere raus.
Wiedeking bekam keine Staatsknete, auch das ist in Ordnung. Inzwischen könnte der Mann, der besessen schien von seinem Weltmachttraum, nämlich VW durch Porsche zu schlucken, wie man liest, 100 Millionen Euro Abfindung kassieren. Das ist sicher in Ordnung, rechtlich und wirtschaftlich, aber ich fürchte, dass diese Summe böses Blut hervorrufen dürfte. Man kann warten, bis die Vorstädte in Unruhe kommen und dort Autos angezündet werden, unter Umständen auch der eine oder andere Porsche Cayenne. Berappen soll den Milliardenschuldenberg der Sultan von Katar. Da fallen 100 Millionen leicht ab. Dafür holen wir uns aber Scheichgeld in die Porsche-Firma, und man muss kein altbackener Nationalist sein, um das nicht schön zu finden.
Aber das ist nicht mein Bier, ich rede nur von den Begriffen Anstand und Sozialverhalten. Hat Wiedeking den Hals noch nicht voll mit 80 Millionen Jahressalär? Und was will der wackere Westfale damit, der in seiner Freizeit Hobbylandwirt ist und mit einem Porsche-Traktor über die Felder fährt? Doch nicht bei einem Silvesterfest oder einer Hoteleinweihungs-fete auf Weltstars für Küsschen und ein Tänzchen Geldscheine und Diamanten regnen lassen, wie der aserbaidschanische Oligarch Ismailow für Mariah Carey. Die Ferres ist doch schon in festen Händen und braucht keinen Schmuck mehr! Ach, wenn sie nicht alle so mit Geld prahlen würden!




Branchenbuch Hamburg
Bauunternehmen Dirk Kage
Hamburger Gutscheinwochen
EnergieBauZentrum


100. Geburtstag
Axel Springer
Abendblatt auf Facebook

Das Rätsel des Tages



