Notplan
Kühne: Staatshilfe für Hapag-Lloyd?
Hilfe "macht Sinn", sagte der Miteigentümer der Hamburger Containerreederei. Das Unternehmen braucht zusätzliche Sparmaßnahmen, wenn sich die Lage in der Schifffahrt nicht verbessert.
Ein Containerschiff der Hamburger Reederei Hapag Lloyd.
Foto: AP
Frankfurt. Die unter dem Einbruch des Welthandels leidende Containerreederei Hapag-Lloyd wird nach Worten von Miteigner Klaus-Michael Kühne unter Umständen den Staat um Hilfe bitten. „Ich schließe nicht aus, dass auch Hapag-Lloyd um Staatshilfe nachsucht“, sagte Kühne der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. „Sie würde sicherlich Sinn machen und müsste dann auch zügig gewährt werden.“
Hapag-Lloyd erwägt nach eigener Auskunft zusätzliche Sanierungsschritte für den Fall, dass sich die Lage der weltweiten Containerschifffahrt nicht nachhaltig verbessert. „Wir prüfen alle Optionen“, hatte das Unternehmen zuletzt erklärt. Mit der Situation vertrauten Kreisen zufolge ist neben einer Verschärfung des Sparkurses unter anderem im Gespräch, den Mehrheitseigner, das Konsortium Albert Ballin, um zusätzliche Mittel zu bitten.
Im ersten Quartal hatte Hapag-Lloyd einen operativen Verlust von 222 Millionen Euro eingefahren. Der Hapag-Lloyd-Sprecher sagte: „Die weltweite Situation im Containergeschäft ist unverändert negativ.“ Auch Hapag-Lloyd könne sich von dieser Entwicklung nicht abkoppeln. Dennoch setzt das Unternehmen auf steigende Preise für Containertransporte. Auch international befinden sich viele Reedereien derzeit in der Bredouille. Der Chef der weltgrößten Reederei Maersk-Line, Eivind Kolding, rechnet damit, dass die Krise auch im nächsten Jahr noch die Bilanzen verhageln werde.
Im Besitz von Albert Ballin, wozu neben dem Logistik-Unternehmer Kühne auch die Stadt Hamburg und einige Finanzinstitute gehören, befindet sich Hapag-Lloyd seit dem Frühjahr. Der frühere Eigner TUI ist noch Großaktionär.




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