23.05.06

Menschenkette um die Allianz-Zentrale in Hamburg

HAMBURG. Rund 200 der 1600 Mitarbeiter des Versicherungskonzerns Allianz in Hamburg haben gestern ihre Mittagspause genutzt und unter dem Motto "5 vor 12" eine Menschenkette rund um die Hamburger Zentrale des Konzerns gebildet. Damit wollten sie darauf aufmerksam machen, daß sie immer noch nicht wissen, ob die Hamburger Verwaltung und damit auch ihr Arbeitsplatz erhalten bleibt oder geschlossen wird, wie Ira Gloe-Semler von der Gewerkschaft Ver.di dem Abendblatt sagte.

Der Konzern hat seine bisher strikt voneinander getrennten Geschäftsbereiche, das Sach-, Lebens- und Krankenversicherungssegment unter dem Dach einer gemeinsamen Deutschland-Holding gebündelt. In diesem Zusammenhang sollen von den sieben großen deutschen Niederlassungen des Versicherers nur noch vier übrigbleiben. Der Vertrieb, bisher eng mit den regionalen Zentralen verzahnt, wird in eine eigenständige Gesellschaft ausgegliedert. "Ob und wie Hamburg davon betroffen ist, wissen wir noch nicht. Die Entscheidung soll Ende Juni bekanntgegeben werden", so Gloe-Semler. "Mit der Aktion zeigten wir erneut, daß die Allianz-Beschäftigten für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze in Hamburg kämpfen werden."

Auch in Aachen und Köln - ebenfalls Städte mit Regionalniederlassungen - fanden Demonstrationen mit Menschenketten statt. In Köln beteiligten sich 600 der dort rund 1800 Allianz-Mitarbeiter. Sie demonstrierten rund eine Stunde lang, wie die Betriebsratsvorsitzende Gabriele Burkhardt-Berg sagte.