Manager muß zurücktreten

Rassismus-Vorwurf - Holger Albrecht: "Es war dumm"

Stockholm. Nach einem neuen Rassismus-Skandal bei der Zeitungsgruppe Metro International hat Aufsichtsratsmitglied Hans-Holger Albrecht seinen Rücktritt erklärt. Der Beschluß fiel nach einer Krisensitzung des Metro-Aufsichtsrates in Stockholm, zu der Albrecht telefonisch aus seinem Urlaubsort Oman zugeschaltet war. "Es ist das beste, wenn ich den Aufsichtsrat von Metro verlasse", sagte Albrecht der Stockholmer Zeitung "Dagens Nyheter". Der Topmanager, früher bei Daimler-Benz und der Mediengruppe CLT, ist Chef von Metros Schwestergesellschaft Modern Times Group, Skandinaviens größtem Medienunternehmen, das in mehr als 30 Staaten aktiv ist.

Auf einem hochrangig besetzten Arbeitsessen in Stockholm hatte Albrecht die Anwesenden mit den Worten "Ladies, Gentlemen and Niggers" begrüßt. "Das war ziemlich dumm", gab Albrecht zu. Er habe aber nicht voraussehen können, daß dies solche Wogen in den USA schlagen würde. Der "New York Times", Besitzerin des Boston Globe, gehören 49 Prozent der Bostoner Metro-Ausgabe. Und Metro USA steht bereits unter Anklage des Rassismus.

Im April hatte nämlich der Chef von Metro USA, Steve Nylund, vor einer Konferenz aus Herausgebern, Chefredakteuren und anderen Metro-Topleuten einen äußerst geschmacklosen Witz über die sexuelle Ausstattung von Schwarzen gerissen, bei dem auch das Wort "Nigger" fiel. Daraufhin wurde Kritik laut, Metro habe eine "rassistische Unternehmenskultur". Offenbar hat Albrecht den Skandal scherzhaft aufgreifen wollen.